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EU-Austausch: Schule für die europäische Idee

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Die beiden Schüler erzählten von griechischen Mythen. Foto: Esch
Im Rahmen des Programms „Europa macht Schule“ vermitteln EU-Gaststudenten Eindrücke aus ihrer Heimat an deutsche Schüler. Bei einer Aufführung in der Heinrich-Böll-Schule präsentierten neun Schulen die Ergebnisse ihrer Projekte.  Von
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Auf der Bühne in der Heinrich-Böll-Schule wirbeln mehrere Mädchen und ein junger Mann paarweise im Kreis herum. Dazu erklingt volkstümliche Musik vom Band. „Hej“ ruft der Tänzer. Es ist ein Befehl, denn die Gruppe ändert daraufhin sofort ihre Bewegung. Der Mann ist der Boss – zumindest beim Tanzen. Es ist der polnische Austauschstudent Michal Galyga aus Krakau. Ein Semester lang hat er jeden Freitag mit der Oberstufenklasse des Goldenberg Europakollegs Hürth den Volkstanz namens Krakowiak aus seiner Heimat einstudiert.

Die Aufführung der Gruppe ist eine von zehn Darbietungen verschiedener Klassen aus neun unterschiedlichen Schulen – die Abschlussveranstaltung eines Programms, das die Initiative „Europa macht Schule“ einmal pro Hochschulsemester durchführt. Es ermöglicht Gaststudenten aus dem europäischen Ausland, mit einer deutschen Schulklasse ein Projekt zu erarbeiten, das einen besonderen Aspekt ihrer Heimat beleuchtet. Die Schüler erfahren so aus erster Hand viel über Europa; die Studenten wiederum können ihr Gastland Deutschland und seine Bewohner einmal außerhalb der Universität erleben und ihre Sprachkenntnisse verbessern.

Das Land der Pizza

Die Schüler der Realschule Hürtgenwald führten bei der Abschlussveranstaltung des Programms Europa macht Schule den grieschischen Tanz Sirtaki auf, den sie von Gaststudentin Eleni Savvidou gelernt hatten.
Die Schüler der Realschule Hürtgenwald führten bei der Abschlussveranstaltung des Programms "Europa macht Schule" den grieschischen Tanz Sirtaki auf, den sie von Gaststudentin Eleni Savvidou gelernt hatten.
Foto: Esch

So verschieden wie die 15 Gaststudenten stellten sich auch die Projekte dar, die bei der Abschlussveranstaltung präsentiert wurden. Mit der italienischen Küche hatte sich etwa die Hauptschule Baadenberger Straße beschäftigt. Pizza, Panetone und Tiramisu hatte die Klasse mit der italienischen Gaststudentin Valentina gekocht – und verspeist. Dabei erfuhren die Kinder allerhand über das Herkunftsland der Leckereien. Auf Bildern, die Valentina Bergamaschi nun auf eine Leinwand projizierte, um dem Publikum einen Einblick in den ungewöhnlichen Kochkursus zu geben, waren zufriedene Schleckermäuler zu sehen. Auch der Schweizer Gaststudent Timothée Olivier hatte mit Schülern des Neill-Breuning-Berufskollegs gekocht – nachdem sie sich beim Besuch im Schokoladenmuseum darüber informiert hatten, wie die Schweiz zum Schokoladenland wurde. Das Ergebnis des Kurses „Mousse au Toblerone“, das auf der Leinwand-Projektion samtig-schokoladig schimmerte, entlockte manchem Schüler ein lautes und hungrig klingendes „Ahhh“.

Gaststudent Lucas Walser hatte mit einer Klasse des Städt. Engelbert-von-Berg-Gymnasium an einem Projekt über seine Heimat die Auvergne gearbeitet.
Gaststudent Lucas Walser hatte mit einer Klasse des Städt. Engelbert-von-Berg-Gymnasium an einem Projekt über seine Heimat die Auvergne gearbeitet.
Foto: Esch

Die Schüler des Gymnasiums Kreuzgasse studierten mit der Polin Angelika Gogól das Lied „Zyczenie“ von Fréderic Chopin ein und sangen mutig auf der Bühne den schwierigen polnischen Text. Die Irin Erika Lee hingegen brachte den Schülern der Heinrich-Böll-Gesamtschule einen Riverdance bei, und die Kinder der Realschule Hürtgenwald lernten, dass der Name Europa aus einer griechischen Sage stammt.

Wie bedeutend die europäische Idee sei, zeige schon die rege Beteiligung am Programm „Europa macht Schule“, so der Leiter der Gastgeberschule. „Die Europäische Union hat den Friedensnobelpreis bekommen, weil sie Anstrengungen unternommen hat, ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu entwickeln“, lobte Rüdiger Schmidt die Schüler, Gaststudenten und das Team des Kölner Standortes der Initiative „Europa macht Schule“ um Leiterin Stefanie Sommer. „Ihr seid alle Friedensnobelpreisträger.“

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