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Fall Lea-Sofie: Ermittlungen gegen die Polizei

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Trauer um Lea-Sofie nach der Tragödie in Köln-Chorweiler. Foto: dpa
Wegen eines nicht weitergeleiteten Vermerks im Zusammenhang mit der Tötung von Lea-Sofie hat die Staatsanwaltschaft Köln ein Ermittlungsverfahren gegen die Polizei eröffnet. Es geht um den Verdacht der unterlassenen Hilfeleistung.  Von
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Köln

Wegen eines nicht weiter geleiteten Vermerks im Zusammenhang mit der Tötung der zweijährigen Lea-Sofie hat die Staatsanwaltschaft Köln ein Ermittlungsverfahren gegen die Polizei wegen des Verdachts der unterlassenen Hilfeleistung eröffnet. Weil nicht klar ist, welcher Beamte für das Versäumnis verantwortlich ist, laufen die Ermittlungen derzeit noch gegen Unbekannt, bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft auf Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“

In dem Polizeivermerk, der etwa drei Wochen vor dem Tod des Kindes geschrieben wurde, ist von einer vermüllten und nicht kindgerechten Wohnung die Rede. Die Beamten waren von Nachbarn gerufen worden, weil sie sich durch Lärm aus der Wohnung von Lea-Sofies Mutter gestört fühlten. Der Vermerk war wochenlang nicht an das Jugendamt weitergeleitet worden und wurde auf der Polizeiinspektion im Kölner Stadtteil Chorweiler erst wieder entdeckt, nachdem das zweijährige Mädchen tot war.

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„Da ist eindeutig ein Fehler geschehen“, räumte der Leitende Polizeidirektor Michael Temme gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ jetzt ein. „Entweder handelte es sich um ein bedauernswertes Versehen, denn überall wo Menschen arbeiten, kann es Fehler geben“, so Temme: „Oder aber einer der zuständigen Beamten hat, mit Blick auf den Inhalt, bewusst entschieden, dass der Vermerk erst einmal nicht an das Jugendamt geht, sondern dass sich der für den Bezirk zuständige Kollege um die Angelegenheit kümmern soll.“

Als der Polizist, in dessen Bezirk Lea Sofie wohnte, nach seinem Urlaub wieder im Dienst war, hat er das Papier in seinem Postfach gefunden und an die mittlerweile gegründete Mordkommission weitergereicht.

Auf Nachfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ hat Klaus Röttgen, Abteilungsleiter der Kölner Bezirksjugendämter, schon vor Wochen betont, dass die Lebenssituation von Lea-Sofie noch an dem Tag überprüft worden wäre, an dem der Vermerk das Amt erreicht hätte. „Bei Hinweisen zu Kleinkindern unter sechs Jahren fahren wir grundsätzlich noch am selben Tag raus und schauen uns die Situation vor Ort an", so Röttgen.

Wegen Totschlags ist Patrik L., der Freund von Lea Sofies Mutter, am Freitag vergangener Woche zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt, weil er der das Mädchen mit Fausthieben lebensgefährlich verletzt hatte. Die Mutter Franziska M., die keine Hilfe holte und ihr Kind über Tage hinweg langsam sterben ließ, erhielt sieben Jahre Haft wegen Totschlags durch Unterlassen.

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