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Fall Lea-Sofie: Kein Verfahren gegen Polizei

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Trauer um Lea-Sofie nach der Tragödie in Köln-Chorweiler. Foto: dpa
Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen die Polizei im Fall Lea-Sofie eingestellt. Der Verdacht der unterlassenen Hilfeleistung habe sich nicht erhärtet. Dennoch könnten arbeitsrechtliche Schritte gegen die Beamten folgen.  Von
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Köln

Die Ermittlungen gegen die Polizei wegen eines nicht weiter geleiteten Vermerks im Zusammenhang mit der Tötung der zweijährigen Lea-Sofie wurden eingestellt. Dies bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft auf Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Die Behörde hatte wegen des Verdachts der unterlassenen Hilfeleistung gegen die Beamten ermittelt.

In dem Polizeivermerk, der etwa drei Wochen vor dem Tod des Mädchens geschrieben wurde, ist von einer unaufgeräumten und nicht kindgerechten Wohnung die Rede. Die Beamten waren von Nachbarn gerufen worden, weil sie sich durch Lärm aus der Wohnung von Lea-Sofies Wohnung gestört fühlten. Der Vermerk war wochenlang nicht an das Jugendamt weitergeleitet worden und wurde auf der Polizeiinspektion im Kölner Stadtteil Chorweiler erst wieder entdeckt, nachdem das zweijährige Mädchen tot war.

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Es sei davon auszugehen, dass an dem Tag, an dem das Papier verfasst wurde, keine Gefahr für die Gesundheit oder gar für das Leben des Kindes bestanden habe, begründet die Staatsanwaltschaft die Einstellung des Verfahrens. Es habe weder Hinweise auf häusliche Gewalt gegeben, noch habe es bei Lea-Sofie Verletzungen oder körperliche Mangelerscheinungen gegeben, die ein sofortiges Einschreiten zwingend notwendig gemacht hätten. Dass es drei Wochen später zu dem Tötungsdelikt kommen könnte, sei auch für die Beamten nicht erkennbar gewesen, die für die Weiterleitung des Vermerks zuständig waren.

Arbeitsrechtliche Schritte

Mit der Einstellungen des staatsanwaltschaftlichen Verfahrens ist die Sache aber noch nicht erledigt. Jetzt werde überprüft, ob arbeitsrechtliche Schritte gegen den Beamten eingeleitet werden müssen, der den Vermerk nicht sofort ans Jugendamt weitergeleitet hat, bestätigte eine Polizeisprecherin. Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeigers“ scheitert die Aufklärung bisher aber an einem dubiosen Grund: Auf dem Vermerk fehlt das Namenskürzel des Beamten der Polizeiinspektion Chorweiler, der das Papier nach dem Einsatz in der Wohnung von Lea-Sofie übernommen hat. Intern soll dies bereits für reichlich Verwunderung gesorgt haben, da diese Paraphe zwingend vorgeschrieben ist. Offiziell will sich die Polizei zu diesem Sachverhalt bisher aber nicht äußern.

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