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Fall Lea-Sofie: Mutter wollte Rettungsdienst rufen

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In Chorweiler trauern die Bürger um Lea-Sofie. Foto: ARTON KRASNIQI, KSTA
Im Fall der verstorbenen Lea-Sofie werden weitere Details bekannt: Der Lebensgefährte soll der Mutter verboten haben, Hilfe für ihre schwer verletzte Tochter zu rufen. Viele Kölner äußern im Internet und in Leserbriefen ihre Fassungslosigkeit.  Von
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Köln

Sechs Tage ist es her, dass die zweijährige Lea-Sofie tot am Fühlinger See gefunden wurde, nun werden weitere Details bekannt.

Der „nichtige Anlass“, der den 23-jährigen Freund ihrer Mutter am 18. Dezember nach Auskunft der Staatsanwaltschaft ausrasten ließ, soll ein Streit um eine Spielküche gewesen sein. Das Mädchen soll damit in der Wohnung seiner Mutter in Chorweiler gespielt haben. Dabei soll ein Teil der Küche beschädigt worden sein.

Der 23-Jährige schrie Lea-Sofie an und fügte ihr die tödlichen Verletzungen zu. Noch ist unklar, ob er das Kind getreten oder es mit dem Kopf gegen die Wand gestoßen hat. Das vollständige Protokoll der Obduktion liegt der Staatsanwaltschaft noch nicht vor. Das Mädchen erlitt schwerste Kopfverletzungen und starb einen oder zwei Tage später in der Wohnung.

Mit Kühlpacks behandelt

Wie bekannt wurde, soll die 20-jährige Mutter ihrem Freund gesagt haben, dass sie einen Arzt rufe. Der soll ihr das verboten haben. Die Mutter tat daraufhin nichts mehr – außer die schweren Verletzungen des Mädchens immer wieder mit Kühlpacks zu behandeln, bis Lea-Sofie schließlich starb.

Viele Kölner äußern im Internet und in Leserbriefen ihre Fassungslosigkeit. „Warum sieht die Mutter zu, wie ihr Kind über Tage hinweg stirbt?“, fragt ein 57-Jähriger. Eine Frau schreibt: „Hoffentlich ist Lea-Sofie nun an einem besseren Ort.“

Viele wollen Geld für die Beerdigung des Mädchens spenden. Der leibliche Vater ist unbekannt, deshalb ist noch unklar, wer für die Kosten aufkommt. Der frühere Lebensgefährte der Mutter, der mit ihr und dem Kind bis vor einigen Monaten zusammengelebt hatte, sagte am Samstag bei einer Gedenkfeier auf dem Pariser Platz, dass er versuchen werde, das Geld zusammenzubekommen.

Festzustehen scheint, dass Lea Sofie nicht in einem Armengrab beerdigt wird. „Wir müssen erst mal sehen, ob es eine Familie gibt, die die Kosten für die Bestattung übernehmen kann“, sagte Jugenddezernentin Agnes Klein (SPD). „Wenn nicht, werden wir alles so vorbereiten, dass es eine würdevolle Bestattung wird.“

Wann das Mädchen beerdigt werden kann, ist derzeit unklar. „Der Leichnam wird noch in diesem Jahr freigegeben“, sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer. Die inhaftierte Mutter müsste einen Antrag stellen, wenn sie an der Beerdigung teilnehmen will. Bisher gebe es keinen, sagte Bremer.

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