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Gagfah-Siedlung: Bauwagen-Projekt ausgebremst

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Am ersten Geburtstag des Bauwagens im Jahr 2011 blickten Mitarbeiter und Jugendliche noch zuversichtlich in die Zukunft. Foto: pew
Bereits Ende des Monats könnte das Aus für den Bauwagen in der Gagfah-Siedlung besiegelt sein. Irritationen um die Weiterfinanzierung stellen den Betreiber des sozialen Projekts vor Probleme. Dabei hat das Bauwagen-Projekt viele Befürworter.  Von
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Roggendorf/Thenhoven

Noch steht der bunte Bauwagen auf dem Gelände der Gagfah-Siedlung, er wird betrieben vom Sozialdienst Katholischer Männer (SKM). An vier Nachmittagen pro Woche verbringen Jugendliche in dem Offenen Treff am Mönchsfeld ihre Freizeit. Doch die Zukunft des sozialen Projekts sieht düster aus – es fehlt Geld, um den Wagen weiter am Laufen zu halten. Finden die Betreiber keine Lösung, schließt das Mobil Ende des Monats seine Türen. „Dann gibt es für die Jugendlichen in der Umgebung keine Anlaufstelle mehr“, sagt Margret Hees vom SKM. „Dabei ist der Bauwagen in diesem sozialen Brennpunkt enorm wichtig.“

Im Jahr 2010 öffneten die Mitarbeiter den Wagen für die Jugendlichen, sie wollten ihnen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung bieten, bei Alltagsproblemen helfen und gleichzeitig Teamgeist und Toleranz stärken. Gerade am nahe gelegenen S-Bahnhof Worringen hatte es laut SKM oftmals Probleme gegeben. Regelmäßig trafen sich hier Jugendliche, die mit Langeweile und Perspektivlosigkeit zu kämpfen hatten; es kam es zu Konflikten mit Anwohnern. Zudem gab es Probleme mit Vandalismus. Da es unrealistisch schien, ein neues Jugendzentrum in einem Gebäude einzurichten, entschied sich der SKM für den alten Bauwagen – und gestaltete ihn für seine Zwecke um.

Die ersten zwei Jahre finanzierte die Hit-Stiftung für Not leidende Kinder den Treff – mit der Zusage von Mitarbeitern der Stadt, Gelder zur Verfügung zu stellen, sobald es möglich sei. „Solche Absprachen sind wichtig. Die Stiftungen müssen wissen, dass es sinnvoll ist, ein Projekt zu finanzieren“, sagt die Leiterin der Stiftung, Birgit Rößle.

Auch Hees erläutert, dass die Verwaltung eine Finanzierung zugesichert habe. Doch offenbar sorgt diese Zusage innerhalb der Behörde für Irritationen. „Als wir bei der Stadt danach fragten, wurde uns erklärt, dass es keinen schriftlichen Vertrag dazu gibt. Dabei haben wir darüber gesprochen, dass Geld kommen würde“, betont die Mitarbeiterin des SKM. Klaus-Peter Völlmecke, stellvertretender Leiter des Jugendamts, hält dagegen: „Wir haben nur gesagt, dass es unsere Absicht ist, dafür zu sorgen, dass der Betrieb weiter läuft. Niemals wurde dies fest zugesagt. Das können wir auch gar nicht.“

SKM in Vorkasse gegangen

Um den Bauwagen 2012 vor der Schließung zu retten, zückte schließlich der SKM die Geldbörse. „Wir sind in Vorkasse gegangen“, so Hees. Rund 39 000 Euro kostete es, den Bauwagen zwölf Monate lang zu finanzieren. Ein kurzfristiger Zuschuss der Stadt in Höhe von 30 000 Euro, der aus einem Not-Topf für soziale Projekte stammt, entschärfte die Situation. Doch gelöst ist das Problem dadurch nicht. „Die Arbeit des Projekts ist sinnvoll“, sagt Völlmecke. „Aber wir haben derzeit keine finanziellen Mittel dafür, weil wir noch nicht wissen, wie viel Geld im Haushalt insgesamt zur Verfügung steht.“

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Der Stadt liegt nun ein Antrag auf Förderung für 2013 vor, gestellt von Hees. Im April wird der städtische Etat beschlossen – und damit die Zukunft des Bauwagens. Doch die Zeit läuft gegen Hees und das Projekt. „Ich weiß nicht, wie es weiter gehen soll“, klagt sie. Auch Stiftungsleiterin Rößle sagt: „Wir haben schon oft mit der Stadt Köln zusammen gearbeitet und die Kooperation war immer gut.“ Deshalb nehme man die Gesamtsituation mit „Erstaunen“ zur Kenntnis. In Zukunft, so Rößle, sei man bei der Auswahl von Projekten vielleicht etwas vorsichtiger.

Auch die Chorweiler Bezirksvertreter sorgen sich um das soziale Projekt. In einer Anfrage an die Verwaltung wiesen die Grünen auf die Notwendigkeit des Bauwagens hin. „Es ergänzt das magere Freizeitangebot für Jugendliche in Roggendorf/Thenhoven“, betont Wolfgang Kleinjans.

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