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Grundschule Merianstraße: Tristesse auf dem Pausenhof

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Unsanierter Schulhof GGS Merianstraße, mit vom DFB gespornsortem Kleinfußballfeld. Foto: Philipp Haaser
Seit mehr als vier Jahren warten die Grundschüler an der Merianstraße auf neue Spielgeräte für ihren Pausenhof. Bis auf zwei Holzgeräte und ein Kleinfußballfeld gibt es keine Beschäftigungsmöglichkeiten.  Von
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Verena Herich leitet das Nachmittagsangebot an der Grundschule Merianstraße. Sie wünscht sich mehr Klettermöglichkeiten auf dem Pausenhof als die beiden Holzgeräte, die für die Schüler nicht annähernd ausreichen. Veraltet seien sie ohnehin. „Schwingen, kriechen, hüpfen oder springen – die Kinder können an diesen Geräten nicht alle ihre motorischen Möglichkeiten nutzen“, erläutert Herich. Sie und ihre Kolleginnen vom Verein Lino Club betreuen 230 der insgesamt 380 Schüler im Offenen Ganztagsbereich.

Kritik der Bezirksbürgermeisterin

Seit mehr als vier Jahren warten die Grundschüler nun schon auf neue Spielgeräte, die nicht nur im Nachmittagsangebot vermisst werden. „Die sind wichtig, damit die Kinder sich in der Pause sinnvoll beschäftigen können“, sagt auch Rektorin Sabine Abel. Vom Hof abgesehen ist sie jedoch sehr zufrieden mit ihrer neuen Schule. Das Gebäude aus den 1970er Jahren wurde von Grund auf saniert, Ende 2006 waren die Arbeiten abgeschlossen. Der Hof sollte im Anschluss neu gestaltet werden. Doch bis heute müssen die Kinder auf ansprechende Geräte verzichten. Lediglich das vom DFB aus den Überschüssen der Weltmeisterschaft 2006 bezahlte Kleinfußballfeld sorgt für Begeisterung.

„Seit Jahren wird diese Angelegenheit verschleppt“, beschwert sich die Chorweiler Bezirksbürgermeisterin Cornelie Wittsack-Junge (Grüne). Sie ärgert sich vor allem darüber, dass Zuständigkeiten nicht eindeutig geklärt seien. Die Sanierung erfolgte im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Baukonzern Hochtief und der Gebäudewirtschaft der Stadt Köln, einer sogenannten öffentlich-privaten Partnerschaft. Als eines von sechs maroden Schulgebäuden in Köln wurde damals auch die Einrichtung an der Merianstraße über dieses Modell in Stand gesetzt. Weil der Stadt das Geld fehlte, übernahm Hochtief die Kosten und verpflichtete sich, über 25 Jahre für Betrieb, Wartung und Unterhaltung der Gebäude zu sorgen. Im Gegenzug zahlt die Stadt Miete für die Räumlichkeiten an Hochtief, bleibt zugleich aber Eigentümerin.

Hintertür im Vertrag?

Diese zwei Spielgeräte reichen nicht für 380 Kinder.
Diese zwei Spielgeräte reichen nicht für 380 Kinder.
Foto: Philipp Haaser

„Die Spielgeräte für den Schulhof waren damals aber gar nicht Teil des Auftrags“, erläutert Bernd Reuther, Sprecher von Hochtief. Vielmehr hatte das Schulamt erst 2008 beschlossen, neue Geräte aufstellen und die Außenanlage gestalten zu lassen. Als Teil der Vereinbarung zwischen dem Unternehmen und der Stadt darf Hochtief bei sämtlichen baulichen Veränderungen ein Angebot machen. Sollte die Stadt damit nicht zufrieden sein, gebe es eine „Hintertür im Vertrag“???, so Kaven. Laut Vertrag sind sämtliche Arbeiten am Gebäude die Sache von Hochtief; ein Auftrag muss zwischen Schulentwicklungsamt, Gebäudewirtschaft und dem Konzern abgestimmt werden. Zweimal habe das Unternehmen seit 2008 Angebote für die Spielgeräte vorgelegt, das letzte im März 2012, sagt Reuther. Beide lehnte die Gebäudewirtschaft aus Kostengründen ab.

Dass sich das Verfahren seit mittlerweile mehr als vier Jahren hinzieht, liegt laut Uwe Kaven, Sprecher der Gebäudewirtschaft, aber an fehlendem Personal, konkret an der langfristigen Erkrankungen eines städtischen Mitarbeiters und einer Person bei Hochtief. Reuther wollte Letzteres allerdings nicht bestätigen. Kaven schließt aus, dass die öffentlich-private Partnerschaft grundsätzlich zu Abstimmungsproblemen führe. „Das Verfahren ist im Prinzip das gleiche wie bei anderen Aufträgen“, sagt er. Zurzeit überarbeitet Hochtief das Angebot erneut. Sollten sich beide Seiten nicht einig werden, könnte ein anderes Unternehmen mit den Spielgeräten beauftragt werden. „Wir wollen binnen zwei Wochen zu einem Ergebnis kommen.“ Dann werde die Kostenschätzung an das Schulamt weitergeleitet. Dort wird abschließend entschieden. Josef Konrads vom Schulentwicklungsamt bestätigt, dass im Prinzip Mittel für die Geräte bereitstehen. Ob sie jedoch letztendlich finanziert werden können, hänge vom endgültigen Angebot ab.

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