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Heimatarchiv: Auch 80 Jahre alte Zigarren im Fundus

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Der Initiator des Heimatarchivs, Hans-Josef Heinz, mit Gründungsmitglied Gertrud Esser. Foto: Pew
Antike Möbel, Karnevalsorden und Kirchengegenstände - Mit einem bunten Sammelsorium dokumentieren Hobbyforscher seit 2003 die Worringer Historie. Eine Ausstellung zum Jubiläum zeigt einen Querschnitt durch das letzte Jahrzehnt.  Von
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Worringen

Sein Lieblingsobjekt erinnert Hans-Josef Heinz an die Kindheit. Das dunkle Gewand mit dem langen Stab findet sich in einer Ecke des Heimatarchivs Worringen, ist geschätzte 80 Jahre alt und gehörte einem Kirchenschweizer von St. Pankratius. „Wenn ich als Junge in der Messe nicht aufpasste, wurde ich von ihm mit dem Stab angestupst“, sagt Heinz und kichert. „Immer wenn ich den Stab sehe, muss ich daran denken.“ Heinz ist Vereinsvorsitzender des Heimatarchivs Worringen, das jetzt seinen zehnten Geburtstag feierte.

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Eine zu dem Anlass organisierte Ausstellung zeigt einen Querschnitt durch das letzte Jahrzehnt: Bilder und Texte zu verschiedenen Ausstellungen, zu Rundgängen im Veedel und Nostalgieabenden, die der Trägerverein des Archivs regelmäßig organisiert. Heinz war es auch, der den Grundstein für das kleine Museum legte. Er suchte damals im Sperrmüll nach Brauchbarem. „Zuerst habe ich ohne festes Konzept geguckt“, sagt Heinz, „irgendwann fing ich an zu sortieren. Ich habe so viele alte Fotos und Gegenstände gefunden, die einfach erhalten werden mussten.“ Unterstützt vom Worringer Bürgerverein, verstaute er seine Schätzchen zunächst in einem Keller in der Bitterstraße. Irgendwann wurde der Raum viel zu klein – zumal die Worringer nun von seiner Leidenschaft wussten und ihm fortan „Spenden“ vorbei brachten.

Viele Monate malocht

Ein Kirchengewand samt Stab.
Ein Kirchengewand samt Stab.

Als dem Sammler alles über den Kopf wuchs, beschloss er, die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen und gründete 2003 einen Verein. Durch Beziehungen erhielten die damals acht Mitglieder einen Kellerraum am Breiten Wall, der seitdem das Zuhause des Archivs ist. „Wir mussten alles renovieren“, erinnert sich Gründungsmitglied Gertrud Esser. Die Helfer zogen eine neue Decke ein und erneuerten den Brandschutz. „Wir haben viele Monate malocht“, sagt Esser. Fotos auf einer der zahlreichen Stellwände in der Ausstellung dokumentieren den Sanierungsfortschritt. Der Verein finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge sowie Einnahmen unter anderem von Filmvorführungen.

Das kleine Archiv bietet heute ein buntes Sammelsurium: etwa antike Möbel, Karnevalsorden, alte Radios und Kirchengegenstände. Das älteste Objekt ist eine Fahne des Männergesangvereins aus dem 19. Jahrhundert. Und in einem dunklen Schrank finden sich sogar Zigarren eines Karnevalisten aus dem Ort. Als er starb, erhielt Heinz dessen schwarzen Anzug; in den Seitentaschen fand der Vorsitzende die Rauchwaren, die heute 80 Jahre alt sein dürften. „Damals wurden ja zu besonderen Anlässen Zigarren gereicht. Davon hatte er wohl einige in der Tasche.“

Immer auf der Suche nach Neuem

Das Archiv organisiert rund drei Ausstellungen im Jahr zu verschiedenen Themen. Die Schau „Wurringer Weetschafte“ beispielsweise im Jahr 2009, die dokumentierte, dass es zu Zeiten, als Worringen noch vom Fischfang lebte, tatsächlich 25 Gasthäuser gab. Weitere Ausstellungen zeigten nostalgische Radiogeräte, Musiktruhen und Tonbänder (2007), dokumentierten die Worringer Schulgeschichte ( 2002), stellten „Minsche us Worringen“ vor (2012) oder listeten Stammbäume auf (2009).

„Wir überlegen uns mehrere Themen und planen dann die Ausstellung“, erklärt Heinz. Die Vereinsmitglieder suchen zielgerichtet Fotos, Objekte oder Informationen, die zur Präsentation passen könnten. Derzeit bereitet das Team eine Schau zur 725-Jahr-Feier der Schlacht von Worringen vor. „Wir sind immer auf der Suche nach Neuem“, sagt Heinz. Und er ist überzeugt: „ Um so ein Archiv zu gründen und es zu halten, muss man seine Heimat lieben.“ Zum runden Jubiläum erhielt Heinz noch zwei Geschenke. Der Bürgerverein Worringen überreichte einen Original-Balken aus dem First von St. Pankratius. Die Kreissparkasse Köln spendete zudem 1000 Euro für die weitere Arbeit des Museums.

Die Jubiläums-Ausstellung des Heimatarchivs ist bis Ende Mai immer mittwochs von 17 bis 19 Uhr im Gebäude Breiter Wall 4 zu sehen.
www.heimatarchiv-worringen.de

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