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Hochhaus-Wohnungen: Bußgelder bei groben Mängeln

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Auch diese Häuser in der Osloer Straße werden zwangsversteigert.  Foto: Peter Rakoczy
Die Liste der Mängel in den Chorweiler Hochhaus-Wohnungen ist lang. Die Stadt will die Mieter deshalb nun auffordern, sich vom Mieterverein entsprechend unterstützen zu lassen. Würden Missstände nicht behoben, könnten die Mieten gemindert werden.  Von
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Schimmelbefall, Müll, defekte Wasserrohre und Heizungen. Die Liste der Mängel in den Chorweiler Hochhaus-Wohnungen ist lang. Reagieren die Vermieter künftig nicht prompt, sollen Mieter künftig schneller als in der Vergangenheit ihr Recht erhalten. Die Stadt will die Mieter auffordern, sich vom Mieterverein entsprechend unterstützen zu lassen, sagte der Leiter des Amts für Wohnungswesen, Stefan Ferber. „Werden Missstände nicht behoben, können Mietminderungen geltend gemacht werden.“

Insgesamt 3400 Mietern in zwei Chorweiler Gebäude-Komplexen will die Stadt die Beratungen nahelegen. Informiert werden sollen 1000 Einwohner in 660 Wohnungen des Vermieters BGP am Liverpooler Platz und an der Osloer Straße sowie 2400 Mieter in 1200 Wohnungen der Bergstedt-Siedlung (Stockholmer Allee, Osloer Straße, Florenzer Straße, Göteborger Straße). Der Komplex gehörte bis 2005 der Unternehmerin Elisabeth Bergstedt und wird nach deren Pleite von einem Insolvenzverwalter betreut. Möglicherweise soll die Siedlung zwangsversteigert werden. Stadt und GAG könnten sich an der Auktion beteiligen, um so die Übernahme durch einen Finanzinvestor zu verhindern, der nicht in die maroden Gebäude investiert.

Gravierende Schäden

Die Stadt habe unter anderem deshalb Interesse an ordentlichen Mietverhältnissen, weil sie einen guten Teil der Mieter, der auf Hartz IV angewiesen ist, finanziell unterstützt, sagte Ferber. „Wir werden nicht für Wohnungen zahlen, die gravierende Mängel aufweisen.“ Die Verwaltung habe bereits mit gut 1200 Mietern in beiden Gebäude-Komplexen Kontakt aufgenommen. Mehr als 240 von ihnen hätten über Mängel in ihren Wohnungen geklagt, so Ferber.

Der Mieterverein will die Schäden nun prüfen und im Bedarfsfall den Mietern zu entsprechenden Mietminderungen raten. Ferber sagte außerdem, dass die Stadt gegen grobe Mängel auch per Ordnungsrecht vorgehen könnte. „Fällt die Heizung bei minus sechs Grad aus, ist die Gesundheit der Mieter gefährdet.“ In solchen Fällen könnten Bußgelder verhängt werden.

In der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses teilte die Verwaltung außerdem mit, der geplante Rückbau der Chorweiler Hochhäuser werde nicht weiter verfolgt. Wegen der angespannten Lage auf dem Kölner Wohnungsmarkt könnten nicht genügend Ersatzwohnungen gebaut werden, begründete die Stadt die Kehrtwende.

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