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Hochwasserschutz: Neue Pläne für den Flutungspolder

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Foto: Wischgoll
Es wird weiter heftig über die Ausmaße des geplanten Überflutungspolder in Worringen debattiert. Bürgervereine fordern das angedachte Becken zu verkleinern und regen eine Verlegung der Neusser Landstraße an.  Von
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Worringen

Die Diskussion um den geplanten Überflutungspolder in Worringen geht in die nächste Runde. Die neue Arbeitsgemeinschaft „Retentionsraum Worringer Bruch“, bestehend aus den Bürgervereinen Worringen und Roggendorf-Thenhoven, präsentierte jetzt einen Gegenentwurf zur Planung der Stadtentwässerungsbetriebe (Steb). Demnach soll der Notfallpolder wesentlich kleiner werden und statt der von der Verwaltung angestrebten 30 Millionen Kubikmetern Wasser nur die Hälfte aufnehmen.

Die Entwässerungsbetriebe wollen ab einem Hochwasserstand von 11,70 Metern Kölner Pegel eine Fläche fluten, die sich vom Langeler Damm bis in den Worringer Bruch zieht. Zum Vergleich: Ein Pegel von 11,90 Metern entspräche einer Rheinflut, die rein rechnerisch nur alle 200 Jahre auftreten kann. Mit dem Retentionsraum sollen vor allem der Kölner Norden und einige Städte rheinabwärts entlastet werden.

„Wir wollen den Polder“, betont der Vorsitzende des Bürgervereins Worringen, Kaspar Dick. „Er soll nur nicht so groß sein, wie es die Stadtentwässerungsbetriebe planen.“ Da die Wellen bis in das Naturschutzgebiet Worringer Bruch schwappen, befürchtet die Aktionsgemeinschaft eine negative Auswirkung auf Flora und Fauna. „Zudem würden in dem verkleinerten Retentionsraum keine Häuser stehen, Anwohner wären also nicht direkt betroffen“, betont Dick. „Da, wo wir uns die Flutung vorstellen, liegen nur Felder. Und das Hochwasser kann Worringen nicht erreichen.“

Neusser Straße müsste umgebaut werden

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Neusser Landstraße (B 9), eine wichtige Kölner Ausfallroute. Im Falle einer Flutung wäre sie unpassierbar – was die Aktionsgemeinschaft nicht akzeptieren will. Sie nennt die Planung unverantwortlich. „Die B 9 ist eine wichtige Verbindung und muss befahrbar bleiben“, betont der Vorsitzende Dick. Deswegen schlagen die Bürgervereine – neben der Verkleinerung des Retentionsraumes – vor, auch die Neusser Landstraße umzubauen. Ab der Kreuzung Blumenbergsweg/Mennweg soll die B 9 nicht mehr geradeaus weiter führen, sondern zunächst über den Blumenbergsweg geleitet werden. Ab der Kreuzung Mercatorstraße wird die Trasse mit einem Schlenker Richtung Norden geführt und kurz vor der Ortseinfahrt Worringen wieder an die bestehende Neusser Landstraße anknüpfen. „Wenn die neue Umgehungsstraße Fühlingen in naher Zukunft gebaut wird, kann sie mit der Neusser Straße verbunden werden“, schlägt Dick vor.

Der geplante Retentionsraum Worringer Bruch
Der geplante Retentionsraum Worringer Bruch
Foto: Böhne

Dies ist nicht der erste Vorschlag von Seiten des Worringer Bürgervereins. Bereits vor einem Jahr präsentierte er eine noch kleinere Variante, in der der Retentionsraum acht Millionen Kubikmeter fassen sollte. Die Stadtentwässerungsbetriebe lehnten den Entwurf ab. Auch bei den politischen Gremien ist das Thema eigentlich vom Tisch – die Bezirksvertretung Chorweiler und der Rat der Stadt stimmten für den 55 Millionen Euro teuren Entwurf der Stadtentwässerungsbetriebe.

Viele Bürger drohen mit einer Klage

Kommenden Sommer soll das Planfeststellungsverfahren folgen. „Aber wir geben nicht auf“, sagt Dick. „Und kämpfen bis dahin erstmal weiter.“ Er ist sich sicher: „Wenn es bei der großen Lösung der Stadtentwässerungsbetriebe bleibt, werden viele Anwohner klagen.“ Zum einen, weil ihre Häuser im geplanten Retentionsraum stehen und von der Flutung direkt betroffen wären. Bürger außerhalb des Polders befürchten zudem, dass das Grundwasser steigen und Keller volllaufen könnten.

„Wir werden den Plan prüfen“, versichert Steb-Vorstand Otto Schaaf. „Allen Beteiligten haben wir bereits Gespräche angeboten, an denen auch Vertreter des Umweltministeriums Nordrhein-Westfalen beteiligt sein werden.“ Dass eine Klagewelle einsetzen könnte, befürchtet Schaaf dagegen nicht. „Wir sind mit unserem Vorhaben sehr früh an die Öffentlichkeit gegangen, damit wir diese Diskussionen schon vor dem Planfeststellungsverfahren führen können“, sagt er. „Ich baue darauf, dass wir die Bürger durch Fakten überzeugen werden.“

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