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Informationsprojekt: Jugendliche planen ihre Zukunft

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Dass eine durchdachte Lebensplanung auch vor ungewollten Schwangerschaften schützt, lernten die Jugendlichen. Foto: Görtz
In unserer schnelllebigen Welt ist es für Jugendliche nicht leicht Pläne für die Zukunft zu entwickeln. Im Rahmen des Projekts „Komm auf Tour“ lernen rund Schüler ihre Berufs- und Lebensplanung selbst in die Hand zu nehmen.  Von
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Die Reisebegleiterin steht den Jugendlichen bei einem Trip zur Seite, der für viele von ihnen noch gar nicht begonnen hat: Der Weg zu Berufsorientierung und Lebensplanung. Deshalb heißt das Informationsprojekt, zu dem rund 550 Kölner Haupt-, Real, Gesamt- und Förderschüler in den großen Saal des Bürgerzentrums gekommen sind, auch „Komm auf Tour“. Es soll die Mädchen und Jungen dazu bringen, sich mit ihrer Zukunft auseinanderzusetzen. Die Aktion von Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Arbeitsagentur und Schulministerium gastiert zum fünften Mal in Köln, davon zum vierten Mal in Chorweiler.

Die Reiseleiterin, eine Pädagogin, führt die Jugendlichen durch einen Erlebnisparcours, in dem die Siebtklässler ihre Stärken entdecken, dadurch mehr über sich selbst erfahren, mögliche Vorlieben für eine Berufswahl finden und Selbstorganisation lernen sollen. Die eigenen Stärken zu definieren ist das Ziel des Programms.

Zukunft selbst in die Hand nehmen

„Mit welcher Person habt ihr euer ganzes Leben lang zu tun?“, fragt die Reiseleiterin. „Mit uns selbst“, antwortet ein Schüler zutreffend. „Und deshalb müsst Ihr euch auch gut behandeln“, erläutert die Reiseleiterin – indem die Mädchen und Jungen ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen.

An den Stationen des Parcours können die Jugendlichen „Stärkepunkte“ sammeln. Zum Beispiel, wenn sie sich gut im „Labyrinth“ zurechtfinden oder in der Station „sturmfreie Bude“ schnell für Ornung sorgen. Es gibt Punkte in sieben Kategorien, etwa eine Büroklammer für Ordnung oder einen Mund für Redebegabung. Hat ein Schüler viele Punkte mit einem Mund darauf gesammelt, kann das ein Hinweis auf eine Vorliebe für beratende Berufe sein.

Weniger minderjährige Mütter

Die Gründung einer eigenen Familie ist – neben der Berufstätigkeit – für viele Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren ein erstrebenswertes Ziel. Wie die Studie „Jugendsexualität 2010“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZfA) ermittelte, haben in dieser Altersgruppe 77 Prozent der deutschen Mädchen und 65 Prozent der Jungen den Wunsch, einmal Kinder zu haben. Unter den weiblichen Migranten liege die Quote sogar bei 82 Prozent. Jedoch werteten 90 Prozent der Befragten eine Schwangerschaft im Jugendalter als „sehr unangenehm“ oder gar „Katastrophe“.

Dennoch hätten acht Prozent der deutschen Jugendlichen, zwölf Prozent der jungen Migrantinnen und 18 Prozent der jungen Migranten bei ihrem ersten Sex nicht verhütet. Sie begründeten dies damit, dass der Beischlaf „ungeplant“ war und „völlig überraschend“ gekommen sei.

Die Zahl der Geburten minderjähriger Mütter ist in Deutschland von 2000 bis 2010 von 7126 auf 4598 gesunken. Auch die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche bei Minderjährigen ging zwischen 2000 und 2011 von 6337 auf 4026 zurück. „Soziale Benachteiligung und damit einhergehende Perspektivlosigkeit“ seien „wichtige Faktoren“ für Teenagerschwangerschaften, hat die BZgA ermittelt. So sei das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft bei Hauptschülerinnen fünfmal so hoch wie bei Gymnasiastinnen.

Weitere Ursachen dafür, dass Minderjährige schwanger werden, seien Anwendungsfehler bei Verhütungsmittel, Unwissenheit und unzureichende Kommunikation über Sexualität. (og)

„Gerade Kinder aus bildungsbenachteiligtem Umfeld und besonders Mädchen sehen eher ihre Schwächen als ihre Stärken“, weiß Eckhard Schroll von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Durch „Komm auf Tour“ könnten die Schüler ihre Stärken entdecken – beruflich, in der Freizeit und im Familienleben. So könne eine durchdachte Lebensplanung etwa ungewollten Schwangerschaften vorbeugen.

Das Programm bietet auch Informationsabende für Eltern an. „Sie haben eine wichtige Funktion bei der Berufswahl der Kinder“, sagt Anja Daub von der Kölner Agentur für Arbeit. „Eltern mit Migrationshintergrund können oft noch weniger Unterstützung bieten als andere Eltern, weil sie die Bildungsangebote nicht zu nutzen wissen“, sagt Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes, die den Schirmherrn des Projektes, Oberbürgermeister Jürgen Roters, vertritt. An die Schüler appelliert sie: „Es geht hier um euch, um eure Zukunft. Macht etwas draus.“

www.komm-auf-tour.de

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