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Jugendzentrum: Stadt will den Krebelshof retten

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Im Innenbereich des Krebelshofs, wo einst jährlich tausende Menschen aus der Region Konzerte besuchten, wuchert nun das Gras. Foto: Görtz
Anfang 2012 musste der Trägerverein des Jugendzentrums Krebelshof Insolvenz anmelden. Doch ganz verloren ist die beliebte Anlage noch nicht. Wenn die Bürger mithelfen, könnte eine Rettung möglich sein.  Von
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Es macht den Eindruck, als hole sich die Natur das Grundstück des Krebelshofs langsam wieder zurück. Im Innenbereich des denkmalgeschützten Komplexes, dort, wo noch vor einigen Monaten Musikfans hochkarätige kölsche Bands bejubelten, wächst das Gras inzwischen fast kniehoch. Auf dem Spielplatz und im Biergarten neben dem Herrenhaus verrotten Wippen und Schankpavillons. Doch hinter den Kulissen tut sich was in dem ehemaligen Jugend- und Kulturzentrum, das seit Anfang des Jahres pleite und seitdem geschlossen ist. Die städtische Gebäudewirtschaft begutachtet derzeit den baulichen Zustand des Gehöfts. Im September wird sich ein Konsortium aus vier sozialen Trägern, die den Hof künftig führen könnten, ein Bild vor Ort machen.

„Jetzt laufen die Begehungen im Krebelshof, nach denen wir eine Expertise erstellen. Die könnte in drei bis vier Wochen fertig sein“, sagt Jugenddezernentin Agnes Klein. Wenn im Gutachten der Sanierungsbedarf beziffert sei, werde das weitere Vorgehen geplant. „Wir geben die Immobilie jedenfalls nicht verloren“, betont Klein. Zudem ist die Stadt zurzeit im Gespräch mit einem Konsortium aus Jugendzentren Köln gGmbH (JugZ), Soziales Zentrum Lino-Club, Sozialdienst Katholischer Männer und Bürgerschaftshaus Bocklemünd, die eine gemeinsame Trägerschaft des Krebelshofs erwägen. Die vier Organisationen erarbeiten ein Konzept auf Grundlage der Zuschüsse, die der Einrichtung für dieses Jahr zustehen – 168000 Euro, sagt Christoph Geißler, stellvertretender JugZ-Geschäftsführer.

Nur mit Unterstützung der Bürger

Experten beurteilen den Sanierungsbedarf.
Experten beurteilen den Sanierungsbedarf.
Foto: Görtz

Nachdem der Trägerverein Krebelshof e.V., der die Immobilie gemietet hatte, sie nun an die Besitzerin, die Stadt Köln, übergeben hat, kann das Träger-Konsortium am 12. September erstmals die Anlage in Augenschein nehmen. Auch Vertreter der Verwaltung werden dabei sein. „Wir sichten, was an Material vorhanden ist – um beurteilen zu können, was wir überhaupt brauchen“, erläutert Geißler. In der Woche nach der gemeinsamen Besichtigung werde das Konsortium der Verwaltung ein Konzept vorlegen, ob und wie der Krebelshof wieder ein Jugendzentrum werden kann.

Zugleich betont er jedoch, dass ein Neustart der Einrichtung nur mit Unterstützung der Bürger gelingen könne. „Zum Beispiel müssten der Dachdecker oder der Installateur vor Ort zusagen, dass sie uns Arbeitskräfte bereitstellen. Nur dann kann das Konsortium erfolgreich sein.“ Es seien jedoch schon „klare Signale aus der Bevölkerung gekommen“, dass diese Hilfe geleistet werde, sagt Geißler. „Wir möchten nicht nur klassische Jugendarbeit machen. Der Krebelshof hat ein traumhaftes Außengelände. Das könnte man für Stadtranderholung nutzen“, spekuliert Geißler.

Gerichtstermin steht noch nicht fest

Unterdessen ist immer noch unklar, was mit bereits bezahlten Tickets für Veranstaltungen im Krebelshof passiert, die wegen der Pleite nicht stattgefunden haben oder nicht mehr stattfinden. Vereinzelt hatten Kunden im Vorverkauf Dutzende Konzertkarten im Gesamtwert von mehreren Hundert Euro erworben. „Es wird immer noch geprüft, ob ein Insolvenzverfahren eröffnet werden kann“, sagt Norbert Dunschen, erster Vorsitzender des Krebelshof e.V. Die Eröffnung des Verfahrens wird geprüft, weil unklar ist, ob der Verein über eine nennenswerte Insolvenzmasse verfügt. Nur wenn das Verfahren eröffnet wird, haben die Ticketkäufer eine Chance, ihr Geld über einen Insolvenzverwalter zurückzubekommen, der erst dann bestellt wird. Immerhin: „Das Insolvenzgutachten ist inzwischen fertig. Das Ergebnis wird aber erst vor Gericht preisgegeben“, erläutert Dunschen. Ein Gerichtstermin stehe noch nicht fest.

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