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Kabarett: Wortakrobatik mit Werner Schneyder

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Werner Schneyder, geboren 1937 in Graz, ist Kabarettist, Autor, Schauspieler und Sportkommentator. Foto: picture-alliance/ dpa
Bei seinem Besuch im Bürgerzentrum Chorweiler, brachte der konservative Berufszyniker Werner Schneyder die Köpfe der Zuhörer zum rauchen. Seine temporeiche Wortakrobatik unterhielt und forderte das Publikum gleichermaßen.  Von
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Chorweiler

Er ist bissig, seine Worte prasseln wie aus einem Schnellfeuergewehr auf das Publikum nieder. Der temporeichen Wortakrobatik zu folgen ist nicht einfach, Zeit zum Luftholen gibt es kaum. Politiker und ihre Parteien, Manager und das Finanzsystem – alle kriegen ihr Fett weg, wenn der österreichische Kabarettist Werner Schneyder mit scharfer Zunge loslegt.

Lässig auf einem Barhocker sitzend, vor sich nur einen Stehtisch auf der großen Bühne, lamentiert der 76-Jährige über Gott und die Welt. Seine Worte sind böse bis zynisch. Er spricht über Finanzzuhälter und Aktienstricher, er erklärt, dass es immerwährendes Wachstum nur im Wald und nicht in der Wirtschaft geben kann. Die Gier nach Wachstum ist die Sucht, die Börse die Droge und die Manager sind in seinen Augen die Dealer. Politiker sind Krisenmanager, die lediglich die Krise managen, aber den Ausweg nicht kennen. Auch am Euro, der Einheitswährung, die keine Einheit schafft, solange die EU-Staaten sich nicht vorschreiben lassen, was sie selber beschlossen haben, lässt er kein gutes Haar.

Nie endende Ungeheuerlichkeiten

Zwei Stunden lang bearbeitet Schneyder in entspannter Haltung aktuelle und bekannte Missstände im großen Saal des Bürgerzentrums in Chorweiler. Er analysiert und urteilt wie ein Fallbeil. Auch die kirchliche Doppelmoral stellt er – natürlich – an den Pranger. Die meisten Darstellungen werden mit Lachern aus dem Publikum quittiert. Jedoch nimmt er auch bei sensiblen Themen kein Blatt vor den Mund. „Der Islam ist mir unsympathisch“, sagt Schneyder, der sich als bewahrend, also konservativ, versteht, und fragt, warum uns nicht nur die Burka tragenden Frauen, sondern vor allem die nicht burkatragenden Männer des Islam optisch zugemutet werden.

Letztendlich stellt der Moralist fest, dass er aufgrund der nie endenden Ungeheuerlichkeiten auch nie arbeitslos wird und dass Arbeit nicht frei, sondern einfach nur müde macht.

Rasante Monologe, rauchende Köpfe

700 ermatteten Zuschauern im ausverkauften Saal rauchten im Anschluss an den rasanten Monolog die Köpfe. Eine langjährige Kulturabonnentin des Bürgerzentrums muss sich erst einmal sammeln. „So viele Inhalte kann man gar nicht verarbeiten“, sagt die 52-Jährige, die schon viele Comedians und Kabarettisten im Bürgerzentrum gesehen hat. „Für jemanden, der, wie ich, politisch interessiert, aber nicht versiert ist, war das ganz schön anstrengend.“

Den Besuch von Werner Schneyders scharfzüngigem Kabarettabend bereut sie jedoch keineswegs. Da geht es ihr wie dem größten Teil des Publikums, das stehend immer weitere Zugaben gefordert hatte.

Mehr Termine im Bürgerzentrum Chorweiler

Die nächsten Kabarett-und Musikveranstaltungen im Bürgerzentrum in Chorweiler finden am Freitag, 12. April (1. Deutschen Zwangsensemble), am Freitag, 19. April, (Tommy Engel) und am Samstag, 4. Mai, (Dieter Hildebrandt) statt.

www.buergerzentrum-chorweiler.de

Zur Person Werner Schneyder
Werner Schneyder, geboren 1937 in Graz, ist Kabarettist, Autor, Schauspieler und Sportkommentator.
Foto: picture-alliance/ dpa

Werner Schneyder, geboren 1937 in Graz, ist Kabarettist, Autor, Schauspieler und Sportkommentator.

Er erhielt den Deutschen, den Bayerischen Kabarettpreis und viele andere Auszeichnungen, moderierte das Aktuelle Sportstudio und war Box-Kampfrichter.

Erfolgreich war er auch als Theaterregisseur und Lied-Übersetzer.

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