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Ladenstraße: Parkplatz-Not am Einkaufszentrum

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Der Parkplatz am Haselnußweg, links im Bild, reicht nicht aus für Kunden, Anwohner und Pendler. Foto: Philipp Haaser
Das Einkaufzentrum in Heimersdorf bietet fast alles, was man für den täglichen Bedarf braucht. Nur Parkplätze sind häufig Mangelware. Jetzt sorgt ein fragwürdiges Halteverbots-Schild für Ärger bei Kunden und Händlern für Ärger.  Von
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Heimersdorf

Die Autofahrer, die im Getränkemarkt von Şükrü Can einkaufen wollen, haben ein Problem. Unmittelbar vor dem Hintereingang des Geschäftes im Heimersdorfer Einkaufszentrum (EKZ) gibt es drei markierte Parkplätze im rechten Winkel zur Straße – sehr praktisch zum Ein- und Ausladen. Vor ihnen steht jedoch ein Schild, das eingeschränktes Halteverbot anzeigt mit dem Zusatz „Auf dem Seitenstreifen“. Worauf sich dieser Zusatz bezieht, erschließt sich allerdings nicht jedem. „Die Regelung ist Blödsinn“, sagt Can, zumal Parkplätze in Heimersdorf ohnehin knapp sind.

Die Parkplätze hinter dem EKZ teilen sich die Anwohner am Haselnußweg mit den Kunden der Geschäfte in der Ladenstraße. Mittwochs und samstags findet ein Markt statt auf dem Platz, der von mehreren zehnstöckigen Wohnhäusern umgeben ist. Gerade erst wurde er aufwendig renoviert, im Sommer die Neugestaltung der Ladenstraße abgeschlossen. Und doch fürchten die Händler immer noch, dass ihre Kunden abwandern. Sabine Newrzella führt mit ihrem Mann das nach ihrem Schwiegervater benannte Bäckereiunternehmen. In der Ladenstraße haben sie eine Filiale.

Früher mehr wild geparkt

Blick auf die Ladenstraße des EKZ Heimersdorf. Parkplätze sind Mangelware.
Blick auf die Ladenstraße des EKZ Heimersdorf. Parkplätze sind Mangelware.
Foto: Philipp Haaser

Die Ladenlokale in dem Ensemble aus den 1960er Jahren sind allesamt vermietet. „Die Kunden finden hier alles, was man so braucht“, sagt Newrzella. Nur eben oft keine Parkplätze. Sie fürchtet, dass ihre Kunden in Zukunft lieber nach Chorweiler fahren. „Früher haben die Leute hier viel mehr wild geparkt“, sagt sie. Doch seit zwei Jahren kontrollierten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes häufiger.

Ihr Mann Magnus merkt an, dass es heute zwar mehr markierte Parkplätze als vor dem Umbau gebe. „Aber früher haben hier genauso viele Autos gestanden, nur eben im Halteverbot, und keiner hat das kontrolliert.“ Mehr Parkplätze seien dringend nötig, damit auch die Bewohner von Pesch, Lindweiler oder Chorweiler das EKZ zum Einkaufen nutzen. Die Halteverbote vor dem Getränkemarkt sind auch den Newrzellas ein Dorn im Auge.

Be- und Entladen ist erlaubt

Geschäftsmann Magnus Newrzella (r.)  ärgert sich über ein Halteverbot.
Geschäftsmann Magnus Newrzella (r.) ärgert sich über ein Halteverbot.
Foto: Philipp Haaser

In der Bezirksvertretung Chorweiler war gar von einem Schildbürgerstreich der Verwaltung die Rede. Einstimmig folgte das Stadtteilparlament dem Antrag der CDU, in dem die Verwaltung aufgefordert wird, das Halteverbot aufzuheben. Die Zufahrt für Rettungskräfte sei auch ohne die Verbote an dieser Stelle gesichert, so die Begründung. Die Parktaschen seien nach der Straßenverkehrsordnung gleichzusetzen mit einem Seitenstreifen, erläutert Petra Billep vom Amt für Straßen und Verkehrstechnik das Zusatzschild. Be- und Entladen sei erlaubt. „Die Schilder haben wir aufgestellt, weil sich Geschäftsleute und Marktbeschicker über Dauerparker beschwert hatten“, so Billep. Sobald wie möglich solle das Verbot nun aber auf die Markttage beschränkt werden.

In der Nähe des Einkaufszentrums befinden sich zwei Parkhäuser. Ein zweistöckiges liegt am Haselnußweg/Ecke Forststraße. Nur das untere Parkdeck kann jedoch von Besuchern des EKZ genutzt werden. Das obere gehört dem Eigentümer des Supermarktes und ist Dauermietern vorbehalten. Newrzella zufolge seien die dortigen Plätze kaum ausgelastet. Die Verwaltung des Parkhauses war zu keinerlei Angaben bereit.

Ein Parkhaus verfällt

Ein weiteres, zweistöckiges Parkhaus am Zypressenweg gehörte früher der Sparkasse, die es an einen privaten Eigentümer verkauft hat. Seit zehn Jahren schon kann es nicht mehr genutzt werden. Die Zufahrt ist gesperrt, das Gebäude verfällt. Was damit geschehen soll, ist unklar. Laut Stadtplanungsamt gab es 2010 eine Bauvoranfrage. Ein Investor erkundigte sich, ob ein Bauantrag für ein mehrstöckiges Wohnhaus genehmigt werden würde. Nach der positiven Antwort des Amtes passierte jedoch nichts mehr.

Bezirksbürgermeisterin Cornelie Wittsack-Junge glaubt nicht, dass mehr Parkplätze das Problem lösen würden. Immerhin gebe es einen Anschluss an die Stadtbahn: „Das muss man als integriertes Problem sehen.“ Wittsack-Junge beklagt, dass die Busverbindungen im Norden generell unzureichend seien und Park-and-Ride-Parkplätze in Chorweiler und Heimersdorf fehlten. Kunden aus den umliegenden Stadtteilen könnten Heimersdorf schlecht erreichen. Auch gebe es zu wenige Parkplätze für Pendler, die ihre Autos in Heimersdorf abstellen und mit der Bahn Richtung Innenstadt weiterfahren wollten, so Wittsack-Junge.

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