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Langeler Damm: Worringen vor Hochwasser schützen

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Etwa 200 Meter südlich des Pumpwerks am Werthweg soll das Bauwerk mit vier Einlassklappen errichtet werden. Bei geöffneten Toren fließen bis zu 30 Millionen Kubikmeter Wasser in den Retentionsraum Worringer Bruch, der auf dem Bild rechts des Damms zu sehen ist. Foto: Haaser
Die geplante Sprengung des Langeler Damms bei Hochwasser ist nach Kritik von Bürgern und Politikern vom Tisch. Stattdessen sollen nun Wehrklappen eingebaut werden. Was die neue Lösung zusätzlich kosten wird, ist noch nicht bekannt.  Von
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Worringen

Die Stadtentwässerungsbetriebe (Steb) verzichten auf ihren Plan, den künftigen Retentionsraum in Worringen bei extremem Hochwasser mit gezielten Sprengungen des Langeler Damms zu fluten. Stattdessen will das Unternehmen ein Bauwerk mit vier stählernen Toren errichten, jedes sechs Meter breit. Das teilten Mitarbeiter der Steb, die auch für den Hochwasserschutz zuständig ist, in der Sitzung der Bezirksvertretung Chorweiler mit.

Der geplante Rententionsraum Worringer Bruch
Der geplante Rententionsraum Worringer Bruch
Foto: KStA-Grafik

Ursprünglich war geplant, ab einem Wasserstand von 11,70 Metern südlich von Worringen Löcher in den Deich zu sprengen. Zur Vorbereitung hätten riesige Betonschalen in den Wall eingelassen werden müssen. Sie sollten dafür sorgen, dass nur ein bestimmter Abschnitt des Deichs herausgelöst wird.

Wehrklappen statt Sprengung

Bezirksvertreter und Bürger hatten im vergangenen Jahr viele Einwände gegen die Schaffung des Retentionsraumes geäußert. Die Größe des zu flutenden Gebietes hatte für Unruhe gesorgt, außerdem die geplante Überflutung auch der Neusser Landstraße, die vermuteten Altlasten im Boden, die Frage, mit welcher Geschwindigkeit das Wasser aus dem Polder wieder abfließt, sowie die Gefahr einer zweiten Flutwelle. Nach der Sprengung des Deichs hätten die Durchflüsse nur mit großen Sandsäcken wieder verschlossen werden können. Wie gut sie einem erneut steigenden Hochwasser Stand halten können, war fraglich.

Die Wehrklappen, für die sich die Steb nun entschieden hat, können getrennt voneinander gesteuert werden. „Wir können damit Zu- und Abflüsse früher und besser wieder verschließen“, erklärte Steb-Ingenieur Ulrich Hillenbach während der Sitzung im Bezirksrathaus. Zu den Mehrkosten machte er keine Angaben. Die Planung habe gerade erst begonnen.

Hochwasserschutz bis 11,90 Meter

Mit dem Retentionsraum Worringer Bruch treffen die Stadtentwässerungsbetriebe (Steb) Vorsorge für ein Extrem-Hochwasser, das statistisch gesehen alle 200 Jahre vorkommt. Die Bewohner in Worringen sind bereits jetzt bis zu einem Pegel von 11,90 Metern geschützt. Die Flutung des Retentionsraums hinter dem Deich, auch Polder genannt, soll den Pegel hier um bis zu 17 Zentimeter senken, in Düsseldorf um 16 Zentimeter, und sogar in der Altstadt würde der Pegel um vier Zentimeter sinken.

Sollte der Rhein auf mehr als 11,90 Meter steigen, blieben 14 Stunden zusätzlich für Evakuierungen im Kölner Norden. Der Kölner Süden wird bei einem Pegel von 11,30 Metern, Zündorf bereits bei 10,70 Meter überflutet. Der Retentionsraum Worringen soll 30 Millionen Kubikmeter Wasser fassen. Die Kosten des Ausbaus wurden bislang auf 55 Millionen Euro geschätzt.

Der Kölner Pegel wird auch durch die Flutung von zahlreichen Retentionsräumen rheinaufwärts beeinflusst. Ähnliche Bauwerke wie die geplante Stahl-Konstruktion am Langeler Damm stehen am Rhein auch in Ingelheim bei Bingen und in Bodenheim in der Nähe von Mainz. Der Ingelheimer Polder wurde in der vergangenen Woche geflutet. Er fasst 4,5 Millionen Kubikmeter Wasser, der in Bodenheim 6,7 Millionen. Das Bauwerk in Bodenheim wurde bislang noch nicht genutzt. (phh)

www.steb-koeln.de/retentionsraum-koeln-worringen

Es geht um Zentimeter

Bezirksbürgermeisterin Cornelie Wittsack-Junge (Grüne) war „sehr erleichtert“ nach der Entscheidung. Das Stadtteilparlament habe im vorigen Jahr mit großer Mehrheit dafür gestimmt, den Polder zu schaffen. Angesichts der aktuellen Lage in den deutschen Hochwassergebieten werde noch einmal deutlich, „dass es oft um Zentimeter geht“. Es habe sich aber auch gelohnt, früh auf Probleme hinzuweisen. Sie wies zudem darauf hin, dass die Unterführungen an der Worringer Landstraße und des Walter-Dodde-Wegs in Roggendorf/Thenhoven nach einer Flutung unbedingt für eine mögliche Evakuierung passierbar bleiben müssten. Die Unterführungen standen nach starken Regenfällen im vergangenen Sommer unter Wasser. Hillenbach verwies auf die Pumpwerke im Retentionsraum: „Wir haben das bei der Berechnung der Kapazitäten berücksichtigt.“

An der Geschwindigkeit, mit der das Wasser abfließt, ändern die neuen Bauwerke übrigens nichts. Das kann nach Angaben der Stadt mehrere Wochen dauern.

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