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Lea-Sofie: Staatsanwaltschaft will härtere Strafe

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Der angeklagte Lebensgefährte der Mutter der getöteten Lea-Sofie im Kölner Landgericht. Foto: dpa
Die Staatsanwaltschaft will das Urteil gegen Patrik L. anfechten. Es sei nicht nachvollziehbar, dass die Kammer keine Mordmerkmale erkannt hatte. Der 23-Jährige war wegen Totschlags von Lea-Sofie zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden.  Von
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Die Staatsanwaltschaft will ein härteres Urteil für Patrik L., der die zweijährige Lea-Sofie im Dezember mit mindestens zehn Schlägen getötet hat. „Wir haben Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt“, sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer.

Patrik L. war am 24. Mai vor dem Kölner Landgericht wegen Totschlags in Tateinheit mit Misshandlung von Schutzbefohlenen zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Die 4. Große Strafkammer blieb mit dem Urteil unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die wegen Mordes eine lebenslängliche Strafe – also mindestens 15 Jahre – für den 23-Jährigen gefordert hatte.

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Die Staatsanwaltschaft kann vor allem nicht nachvollziehen, dass die Kammer keine Mordmerkmale erkannt hat. Ein Mordmerkmal kann unter anderem bejaht werden, wenn die Tötung als grausam bezeichnet werden kann, also der Täter seinem Opfer schwere körperliche oder seelische Qualen zugefügt hat. Die Staatsanwältin hatte entweder eine Verurteilung wegen Mordes oder aber Totschlags in einem besonders schweren Fall beantragt. Auch dann hätte der Angeklagte zu einer lebenslänglichen Strafe verurteilt werden können.

Im Fall von Franziska M., der Mutter des Mädchens, legte die Staatsanwaltschaft keine Revision ein. Die 20-Jährige war wegen Totschlags durch Unterlassen nach Jugendstrafrecht zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Beantragt waren siebeneinhalb Jahre.

Verfahren gegen Ziehvater?

Unterdessen prüft die Staatsanwaltschaft den Vorfall nach der Urteilsverkündung in Saal 210 des Landgerichts. Der 33-jährige Ziehvater von Lea-Sofie hatte versucht, zur Anklagebank zu stürmen. Er sprang gegen eine 2,60 Meter hohe Plexiglasscheibe, die den Zuschauerbereich abtrennt, und kletterte darüber. Später sagte er, er habe dem Angeklagten „das Genick brechen“ wollen. Mehrere Justizbeamte überwältigten den 33-Jährigen, der Patrik L. mit den Worten „Es ist noch lange nicht vorbei“ drohte.

Die Vorsitzende Richterin hatte den 33-Jährigen bereits an anderen Verhandlungstagen ermahnt, weil er aggressiv aufgetreten war und den Angeklagten immer wieder bedroht und beschimpft hatte. „Wir prüfen den Vorfall unter allen rechtlichen Gesichtspunkten, die in Betracht kommen“, sagte Bremer. In Frage kommt beispielsweise ein Ermittlungsverfahren wegen Bedrohung oder sogar wegen des Verdachts des versuchten Totschlags.

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