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Leihwagen: Car-Sharing im Norden gewünscht

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Im Bezirk Nippes gibt es bereits mehrere Car-Sharing-Plätze, etwa an der Kempener Straße. Die Bezirksvertreter von Chorweiler hoffen darauf, dass auch dort solche Angebote geschaffen werden. Foto: Martina Goyert
Politiker wünschen sich auch im nördlichen Köln mehr Angebote von Carsharing-Dienstleistern. Die Stadt kann den Unternehmen jedoch nur Anregungen geben. Direkten Einfluss hat sie nicht. Wie steht es um das Interesse bei den Firmen?  Von
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Chorweiler

Car-Sharing wird immer beliebter. In der Innenstadt sind die Kleinwagen der privaten Anbieter Car2go und Drive Now schon allgegenwärtig. Ein Netz von Cambio-Stationen und Flinkster-Parkplätzen durchzieht die dicht bewohnten Stadtteile im Zentrum. Im Bezirk Chorweiler hingegen gibt es kein einziges Car-Sharing-Angebot. Das könnte sich mittelfristig ändern.

Die Grünen-Fraktion in der Bezirksvertretung hatte sich mit einer Anfrage bei der Verwaltung nach den Plänen für Chorweiler erkundigt, wo die Bewohner „vor allem abends mit reduzierten Taktzeiten der Busse zu kämpfen“ hätten. Car-Sharing, das Teilen von Autos, böte sich besonders an für Fahrten in die Innenstadt als Ergänzung zu den öffentlichen Verkehrsmitteln. Wolfgang Kleinjans von den Grünen beklagte, dass der Bezirk Chorweiler hier wie so oft außen vor gelassen würde. „Wenn es die Möglichkeit hier gäbe, würde das auch genutzt“, ist er sicher.

Stadt hat keinen direkten Einfluss

„Wir können und wollen nicht beeinflussen, wo die Unternehmen neue Standorte einrichten“, sagt Angela Stolte-Neumann vom Amt für Straßen und Verkehrstechnik. Anders als beim öffentlichen Nahverkehr hat die Stadt keinen direkten Einfluss darauf, wo Car-Sharing angeboten wird. „Wir können nur Anregungen geben“, so Stolte-Neumann. Dennoch stehe man seit Jahren in ständigem Austausch mit Anbietern. Mit Flinkster spreche die Stadt konkret über einen Standort in Chorweiler. Diesen könne sich das Unternehmen „durchaus vorstellen“, so Stolte-Neumanns Mitarbeiter Ralph Kürschner. Von Seiten des Unternehmens wurde das allerdings nicht bestätigt.

Car-Sharing in Köln

Teilen statt kaufen – dieser Devise folgt das Car-Sharing-Prinzip. In Köln bieten vier Unternehmen einen solchen kommerziellen Dienst an.

Autos von Car2go und Drive Now dürfen überall dort abgestellt werden, wo das Parken erlaubt ist.

Berechnet werden Minuten und Kilometer.

Flinkster und Cambio bieten ihre Autos an festen Stationen an. Hier wird zusätzlich eine monatliche Grundgebühr fällig. (phh)

www.cambio-carsharing.de

www.flinkster.de

www.car2go.com/koeln/de

www.drive-now.com

Voraussetzung ist in jedem Fall, dass sich ein privater Vermieter für die notwendigen Parkplätze findet. Die Stadt vergibt nur eingeschränkt öffentliche Stellflächen an die Anbieter. Bei Cambio und Flinkster gehören zu den Kriterien für einen geeigneten Standort gute Anbindungen an Bus und Bahn, helle Beleuchtung sowie dichte Besiedelung. Die Dienste Car2go und Drive Now sind zunächst auf den Innenstadtbereich beschränkt. Für die Leihsysteme sind weder zentrale Stationen noch vorherige Reservierung nötig. Ihre Wagen dürfen überall dort gemietet oder abgestellt werden, wo Parken erlaubt ist, jedoch nur innerhalb eines bestimmten Geschäftsbereichs. Und der endet in etwa am Militärring. Eine kurze Ansage des Navigationsgerätes teilt dem Fahrer mit, wenn er diesen Bereich verlässt.

Im Dialog mit Kunden und Städten

„Das ist aber nur der Anfang“, versichert Car2go-Sprecher Andreas Leo. „Wir hören da auf die Anregungen unserer Kunden, sei es per E-Mail, Facebook oder auf anderem Wege. Auch wenn die Stadt bestimmte Interessen zeigt, berücksichtigen wir das, wenn möglich.“ Bei Drive Now geht man davon aus, „die Zielgruppe in wesentlichem Maße“ erreicht zu haben, wenngleich auch hier eine allmähliche Erweiterung nicht ausgeschlossen wird. Insbesondere Deutz und Mülheim seien häufig nachgefragte Gebiete, lässt das Unternehmen verlauten.

Mehr dazu

Cambio und Flinkster, letzteres ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn, setzen auf ausgewiesene Parkplätze mit einem Automaten und Schlüsselkasten. „Wir brauchen Vermieter, die uns Stellplätze anbieten“, sagt Cambio-Mitarbeiterin Tanya Bullmann. Cambio richtet neue Stationen meist in der Nähe von bestehenden ein. „Falls mal alle Autos ausgeliehen sein sollten, müssen unsere Kunden dann höchstens 500 Meter bis zur nächsten Station laufen“, so Bullmann. Auch ihr Unternehmen reagiere auf Kundenwünsche. Chorweiler sei bislang „so gut wie nie“ dabei gewesen.

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