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Mordprozess: Geständnis im Fall Lea-Sofie

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Im Prozess gegen Patrick L., den mutmaßlichen Mörder der kleinen Lea Sofie, kommen immer mehr entsetzliche Details zur Sprache. Foto: dpa
Überraschende Wende im Mordprozess um Lea-Sofie: Während er sich bisher auf Anraten seines Verteidigers zur Tat nicht äußern wollte, hat Stiefvater Patrick L. am Abend des ersten Verhandlungstages nun doch ein Geständnis abgelegt.  Von
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Köln

Überraschende Wende im Mordprozess um Lea-Sofie: Während er sich bisher auf Anraten seines Verteidigers zur Tat nicht äußern wollte, legte Stiefvater Patrick L. (23) am Abend des ersten Verhandlungstages nun doch ein Geständnis ab und gab die Tat zu – allerdings mit Einschränkungen. „Im Kerngeschehen trifft die Anklage zu“, erklärte sein Anwalt Sebastian Schölzel für seinen Mandanten.

Der Verteidiger legte jedoch Wert auf die Feststellung, dass „die Mordmerkmale der niederen Beweggründe ausdrücklich verneint werden“. Patrick L. sei im Dezember 2012 stundenlang mit einem „lärmenden, schreienden Kind allein gewesen“. Diese Situation habe seinen Mandanten „völlig überfordert“, unterstrich Schölzel, der allenfalls von Totschlag, keinesfalls von Mord ausgeht.

Zudem hätten bei Patrick L. zum Tatzeitpunkt die Nerven blank gelegen, da er bereits die Ladung zum Haftantritt erhalten habe. Er war im August 2012 wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen verurteilt worden und hatte nicht gezahlt. Deshalb hatte die JVA ihm die Ladung mit der Aufforderung zugeschickt, die Ersatzfreiheitsstrafe anzutreten.
„Das Kind habe ich nie gehört“, sagte am zweiten Verhandlungstag eine Nachbarin auf die Frage, ob sie Lea-Sofie weinen oder schreien gehört habe. Das Haus sei hellhörig, sie wohne seit Jahren Tür an Tür mit Franziska M., doch die Kleinfamilie zähle eigentlich „zu den ruhigen Mietern“.

Nur in den letzten Wochen vor der Tat hatte die Nachbarin, selber Mutter zweier kleiner Kinder, festgestellt, dass „es schon mal lauter zu ging“. So laut, dass sie die Polizei rief, nachdem sie zuvor persönlich an der Nachbarstür geklingelt hatte. Patrick L. hatte ihr mit blutverschmierten Händen geöffnet, nach Alkohol gerochen und die Situation heruntergespielt: „Er sagte was von einem unglücklichen Zusammenbau eines Schrankes, der den Lärm verursacht habe.“

Blick in den Abgrund menschlichen Seins: Der Angeklagte Patrick L.
Blick in den Abgrund menschlichen Seins: Der Angeklagte Patrick L.
Foto: dpa

Die Nachbarin glaubte ihm nicht, zumal Franziska M. ihr verängstigt hinter der Tür ein „verstohlenes Zeichen“ gegeben habe. Daraufhin rief die Nachbarin die Polizei. Patrick L. sei anschließend mit dem Krankenwagen abgeholt worden. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.

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