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Neubauprojekte: Kölner Norden soll langsam wachsen

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Unweit des Reiterhofs möchte ein Investor 21 Häuser bauen. Die Chorweiler Bezirksvertretung lehnt die Pläne ab. Foto: Wischgoll
Die Einwohner von Roggendorf werden neue Nachbarn bekommen. Zwei Neubaugebiete sind bereits genehmigt. Das dritte Projekt wurde nun von der Bezirksvertretung jedoch einstimmig abgelehnt - drei Projekte verkraftet Roggendorf nicht.  Von
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Roggendorf/Thenhoven

Der nördliche Kölner Ortsteil Roggendorf/Thenhoven soll weiter wachsen, allerdings gegen den Willen der Bezirksvertretung Chorweiler. Ein Investor plant, auf einer rund 1,1 Hektar großen Fläche an der Straße Mottenkaul insgesamt 21 Doppelhaushälften und einen Spielplatz zu errichten. Bauherr ist die Firma Risbau GmbH aus Leverkusen. Das Gelände, auf dem die zweistöckigen Gebäude stehen sollen, wird derzeit landwirtschaftlich genutzt. Die neuen Bewohner sollen ihre Häuser nach Einzug über die Sinnersdorfer Straße und Mottenkaul erreichen. Dies ist bereits das dritte Bauprojekt, das in kürzester Zeit in dem dörflichen Stadtteil umgesetzt werden soll.

In zwei weiteren Neubaugebieten – eines beiderseits des Straberger Weges und eines am Parallelweg mit Namen „Sinnersdorfer Straße“ – wollen zwei Investoren insgesamt 200 Häuser mit einer fünf- bis sechszügigen Kindertagesstätte errichten. Das Areal am Straberger Weg gehört der Firma Paeschke GmbH, das Projekt am Parallelweg entwickelt die Firma Wilma Wohnen GmbH. Die rund 3900 Einwohner in Roggendorf/Thenhoven würden demnach kräftig Zuwachs bekommen.

Nicht zu viele Neubauten gleichzeitig

Die geplanten Neubaugebiete in Roggendorf.
Die geplanten Neubaugebiete in Roggendorf.
Foto: KStA-Grafik

Die Pläne der beiden Investoren wurden bereits genehmigt, Baubeginn ist voraussichtlich 2014 – was einer der Gründe ist, weshalb die Bezirksvertretung Chorweiler den Entwurf am Mottenkaul nun einstimmig ablehnte. „Wir haben bereits zwei Neubaugebiete am Ortsrand von Roggendorf/Thenhoven“, sagt Bezirksbürgermeisterin Cornelie Wittsack-Junge. „Aber es dürfen nicht zu viele gleichzeitig sein. Das könnte die alteingesessenen Anwohner überfordern.“ Die Zugezogenen sollten gut in das Dorf integriert werden, eine langsamere Bebauung sei da sicherlich von Vorteil.

Ein weiteres Problem sehen die Politiker in der vorgesehenen Verlängerung des Blumenbergwegs bis zur A 57, die im Flächennutzungsplan vorgeschrieben ist und irgendwann einmal erfolgen soll. Die Trasse könnte am Neubaugebiet Mottenkaul vorbeiführen – was wiederum die Zugezogenen stören könnte. „Die Planung soll so lange aufgeschoben werden, bis die Anbindung an die A57 gesichert ist“, forderte der Fraktionsvorsitzende der CDU, Reinhard Zöllner. Wolfgang Kleinjans von den Grünen fügte hinzu: „Die Infrastruktur muss verbessert werden, bevor wir weitere Wohnanlagen errichten.“

Bauvorhaben weiter aufschieben

Der vom Grundstück rund 80 Meter entfernte Reiterhof bereitet den Lokalpolitikern ebenfalls Kopfschmerzen. „Es ist eine Sportstätte mit Lärm und Geruch. Dadurch könnten sich die neuen Anwohner ebenfalls belästigt fühlen“, befürchtet Wittsack-Junge. „Die Stadt muss für das Gebiet ein Gesamtkonzept entwickeln, das alles mit einbezieht“, fordert die Bezirksbürgermeisterin.

In einem neuen Antrag forderten die Kommunalpolitiker die Verwaltung jetzt auf, das Vorhaben so lange aufzuschieben, bis eine Verlängerung des Blumenbergswegs zur Autobahn 57 tatsächlich genehmigt ist. Außerdem sollte die Infrastruktur hinsichtlich der Kinderbetreuung soweit geplant sein, dass nach dem Bau der neuen Häuser die Nachfrage nach Plätzen auch gedeckt werden kann.

Der Stadtentwicklungsausschuss, der über das Bauprojekt entscheidet, hat die Vorlage in seiner Sitzung am vergangenen Donnerstag erstmal zur weiteren Diskussion an den Liegenschaftsausschuss verwiesen. Ob am Mottenkaul tatsächlich neue Häuser entstehen, entscheidet dann der Stadtentwicklungsausschuss in einer seiner kommenden Sitzungen.

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