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Pingenweg: Wie man ein Kinderparadies erschafft

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Spieplatzpatin Stark (l.), einige Studenten und Dozentin Beier (3.v.r.) Foto: Wischgoll
In Lindweiler engagieren sich die Bürger mit viel Einsatz für einen attraktiven Spielplatz. Die Stadt hätte für die Renovierung noch Jahre gebraucht - jetzt beteiligen sich Anwohner, Studenten und Kinder an Planung und Umsetzung.  Von
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Lindweiler

Eine richtig große Grünfläche mit Sitzbänken zum Ausruhen, ein weitläufiger Sandkasten, Spielgeräte aus farbigem Holz mit Rutsche und eine Seilbahn, an der Kinder mit Schwung über das Gras sausen: So stellt sich Architekt Matthias Lill vom Büro Lill und Sparla den Spielplatz am Pingenweg vor. Fein säuberlich hat er die Pläne an eine Stellwand gepinnt – und beschreibt Eltern und Kindern in der Turnhalle des Lino-Clubs seine Ideen. „Wir erhalten die alten Bäume und pflanzen neue“, erklärt Lill. „Und der Wald am Rande müsste etwas gelichtet werden, damit das Areal heller wird und sich Eltern sicherer fühlen.“

Für Spielplatzpatin Sarah Stark und viele weitere Akteure in Lindweiler geht mit der Umgestaltung ein Wunsch in Erfüllung. Monatelang hatten sie gemeinsam dafür gekämpft, dass der triste Platz attraktiver für Kinder und Eltern wird. Auf der Spielfläche stehen derzeit eine Schaukel und ein karges Klettergerüst, auf einem Grasfleck daneben befindet sich eine Tischtennisplatte. Zwar hatte das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen kürzlich Sand ausgetauscht und die defekte Schaukel repariert – viel Abwechslung bietet der Platz trotz allem nicht.

Projektarbeit Spielplatz

Kürzlich wurde die Schaukel repariert und Sand ausgetauscht.
Kürzlich wurde die Schaukel repariert und Sand ausgetauscht.
Foto: Wischgoll

„Ich wohne in Lindweiler und kenne den Spielplatz seit meiner Kindheit“, sagt Stark. „Er ist leider heruntergekommen, überall wuchert Unkraut. Dabei hat er soviel Potenzial.“ Die 27-Jährige wandte sich mit ihrem Wunsch an den Lindweiler Treff, der sie bei ihren Plänen unterstütze, die Fachhochschule Köln mit ins Boot holte und alles koordinierte.

Studenten der Fachrichtung „Soziale Arbeit“ nutzten den Spielplatz als Projektarbeit für ihr Seminar „Gemeindearbeit und Sozialraumkoordination“ unter Dozentin Janine Beier. Ihre Aufgabe: Wie können Eltern an der Planung beteiligt werden und darüber hinaus ein längerfristiges Engagement entwickeln? Und wie kann als direktes Ergebnis der Platz schöner und dementsprechend öfter genutzt werden? Die Studenten besuchten Lindweiler, interviewten Eltern und Anwohner und sorgten dafür, dass Spielplatzpatin Stark nun im Viertel bekannt ist.

Kinder malen ihren Spielplatz

Ein Kind malte, wie der Spielplatz aussehen soll.
Ein Kind malte, wie der Spielplatz aussehen soll.
Foto: Wischgoll

Bei einem Spielplatzfest am Marienberger Weg malten Mädchen und Jungen Bilder und bastelten Modelle davon, wie die neue Fläche aussehen könnte. „Die Interessen der Kinder und Anwohner sollen in die Pläne des Spielplatzes mit einfließen, die Menschen sollen direkt beteiligt werden“, sagt Student Daniel Welter. Ihre Ergebnisse stellten die Fachhochschüler anschließend dem Lindweiler Treff und der Stadt vor.

Wahrscheinlich wäre es nur bei einem Spielgerät geblieben, wenn zum großen Einsatz nicht auch noch großes Glück hinzugekommen wäre: Die Spielplätze am Pingenweg und Hartenfelsweg sind Bestandteil des „Integrierten Handlungskonzepts Lindweiler“, was die Lindweiler aber zunächst nicht wussten.

Warten auf Fördermittel

Der Platz bietet wenig Abwechslung. Eine Umgestaltung mit neuen Geräten soll dies ändern.
Der Platz bietet wenig Abwechslung. Eine Umgestaltung mit neuen Geräten soll dies ändern.
Foto: Wischgoll

Es ist ein seit langem geplantes städtisches Konzept mit Vorschlägen, wie die Infrastruktur und die Lebensbedingungen im abgeschotteten Stadtteil verbessert werden können. In naher Zukunft soll das Konzept in Düsseldorf den entsprechenden Ministerien zugestellt werden – die dann entscheiden, ob Lindweiler dringend benötigte Fördermittel zur Umsetzung erhält oder nicht.

Und da es bereits positive Signale aus Düsseldorf geben soll, ist man entsprechend optimistisch, die Entwürfe tatsächlich in die Tat umzusetzen. Wenn alles nach Plan läuft, können die Lindweiler Kinder ab 2015 auf dem verwandelten Spielplatz herumtoben. „Mit eigenen Mitteln hätten wir die Plätze nicht so schnell verbessern können“, sagt Carmen Siekmeyer vom Amt für Kinderinteressen.

Die Verwaltung hatte schon unabhängig vom Engagement der Anwohner damit begonnen, sich um die beiden Spielplätz zu kümmern – und das Architektenbüro Lill und Sparla beauftragt. Die Anregungen der Bürger fließen nun in die Planungen der Architekten mit ein. Spielplatzpatin Stark ist von Lills Entwürfen begeistert und überrascht. „Ich dachte, da wird vielleicht ein Gerät zusätzlich hingestellt, aber so sieht es toll aus.“

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