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Projektwoche: Heimatkunde mit Richter-Fenster

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Nach einem Besuch im Dom stand die künstlerische Umsetzung des Gesehenen an. Foto: Philipp Haaser
Drei Tage sind die 180 Schüler der Gemeinschaftsgrundschule Worringen ausgeschwärmt, um ihre Heimatstadt zu entdecken. Ritter, der Rhein, das alte Worringen, klassisches Handwerk, Kaulquappen und Insekten standen auf dem Stundenplan.  Von
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Worringen

Zahllose kleine Quadrate, mit Bleistift vorgezeichnet im Umriss eines gotischen Fensters: Worum es sich dabei handelt? „Das ist das Richter-Fenster“, rufen die Schülerinnen der Gemeinschaftsgrundschule Worringen im Chor. „Das einzige bunte Fenster im Dom ohne Figuren“, ergänzt eines der Mädchen, die zwei Tage zuvor das Fenster besichtigt hatten.

In der Schule im Kölner Norden herrscht derzeit Ausnahmezustand. Unterricht findet nur noch selten in den Räumen An den Kaulen statt. Stattdessen gilt es, draußen die Heimatstadt zu entdecken. Ritter, der Rhein, das alte Worringen, klassisches Handwerk, Kaulquappen und Insekten stehen auf dem Stundenplan.

Drei Tage lang haben die 180 Schüler von Schulleiterin Cordula Topp geforscht, betrachtet, besichtigt, experimentiert, gebastelt gemalt und verschönert. Sie ist stolz – und nicht nur auf die Schüler. „Bei der Vorbereitung haben sich bestimmt 20 bis 30 Eltern eingebracht“, freut sich die Rektorin über das Engagement, ohne das die Projektwoche nicht möglich gewesen wäre. Die Mütter und Väter unterstützen die zwölf Lehrer der Schule.

Ritterspiele im Hof

Vorlage für diese Malerei war natürlich das Richterfenster im Kölner Dom. Foto: Philipp Haaser

Die Schüler konnten wählen, an welchen Kursen sie teilnehmen wollten. Die Namen der Pädagogen waren auf der Projekt-Übersicht nicht vermerkt, die Klassenverbände aufgehoben. Und so lernten sich Schüler und Lehrer noch einmal von einer anderen Seite kennen. Norbert Maas ist der einzige männliche Lehrer an der Grundschule. Er nahm seine Gruppe mit zum Bäcker, in die Schreinerei und zur Feuerwehr.

Beim Bäcker Schüler am Hackhauser Weg durften die Kleinen Rosinenbrötchen backen, Weckmänner formen und frische Pizzastangen probieren. Maas hat beobachtet, wie die Kleineren von den Großen in der Gruppe angeleitet wurden. Die Begeisterung war groß. Der Erkenntnisgewinn auch. „Wer war zum Beispiel schon mal bei einem Schreiner in der Werkstatt?“, fragt Maas. „Viele Kinder wissen gar nicht, welche Betriebe es hier in Worringen gibt.“

Im Hof finden gerade die Ritterspiele statt. Die Kinder müssen Wappentiere aufzählen, ihre Bedeutung erläutern. Am Tag zuvor waren sie im Stadtmuseum. Fahim durfte eine Ritterrüstung aus Metall tragen. Schwer war die. „Und jetzt stellt euch vor, die Schlacht von Worringen war auch im Sommer. Wie heiß muss es da gewesen sein“, sagt Schulpflegschaftsvorsitzende Kaja Winter, die mit einer Lehrerin die Gruppe anleitet. Die Schlacht, die sich gerade zum 725. Mal jährt, bildet natürlich einen willkommenen Bezugspunkt für die Ritterspiele.

Mit Keschern auf Wasserfloh-Jagd

Eine andere Klasse bereitet die Präsentation ihrer Ergebnisse in der Aula vor. In drei trüben Becken krabbelt und wimmelt es. Mit selbst gebastelten Keschern haben die Kinder Wasserflöhe, Asseln und Kaulquappen am Rheinufer gesammelt. Mit Hilfe eines Lehrbuches konnten sie Rückschlüsse auf die Wasserqualität ziehen. Einige Tiere sind nämlich nur in sauberen Gewässern zu finden.

Schulleiterin Topp freut sich nicht nur, dass die Schüler soviel Spaß hatten, dass manche über ihre Projekte gar die Pausen vergaßen. Sie weiß auch, dass diese Form des Lernens nachhaltig ist. „Die Erlebnisse werden im Unterricht wieder aufgegriffen und vertieft“, kündigt sie an.

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