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Schulsport: Kampf um einen Platz im Stundenplan

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Besuch vom großen Fußball: Ein DFB-Nachwuchstrainer in der Gemeinschaftsgrundschule Lindweiler Foto: Roesgen
Sport- und Bewegungsangebote sollen laut Ministerium ihren festen Platz in den Lehrplänen haben. Aber wie sieht es mit den Voraussetzungen dafür aus in Kölner Schulen? Wir stellen drei unterschiedliche Modelle vor.  Von
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Lindweiler

Bewegung, Spiel und Sport sollen ihren festen Platz in den Lehrplänen der Schulen haben. So zumindest gibt es die Landesregierung vor. In Turnhallen, auf Sportplätzen und in Schwimmbädern sind zwei Missionen gleichzeitig zu erfüllen: Einerseits soll die geistige und körperliche Entwicklung der Kinder und Jugendlichen gefördert werden. Andererseits soll ihnen die Kultur erschlossen werden, die hinter den Sport-, Spiel- und Bewegungsangeboten steckt. Die Voraussetzungen dafür sind an den Kölner Schulen allerdings sehr unterschiedlich, wie drei Beispiele zeigen.

An der Gemeinschaftsgrundschule in Lindweiler werden die Schülerinnen und Schüler vor allem für Ballsportarten begeistert. Die Ball AG ist ein klassenübergreifendes Angebot über den eigentlichen Unterricht hinaus. Die Schulteams in Handball, Fußball und sogar Wasserball schlagen sich dabei recht erfolgreich. „Unser Foyer füllt sich allmählich mit Urkunden und Pokalen“, sagt Sportlehrerin Heike Hampe.

Besuch von zwei DFB-Trainern

Als Hampe erfuhr, dass das DFB-Mobil auch an Schulen Station macht, bewarb sie sich – mit Erfolg. Vor den Sommerferien bekam die Ball AG Besuch von zwei jungen DFB-Trainern. Bewegungsspiele im Unterricht und sportliche Aktivitäten auf dem Pausenhof sind in Lindweiler eine Selbstverständlichkeit.

Sehr ernst nimmt auch das Schillergymnasium in Sülz den Auftrag, Sport und Bewegung zu fördern. Die Fünftklässler haben täglich eine Stunde Sport. Damit liegt die Schule über den im Kernlehrplan vorgesehenen drei Wochenstunden. Auch in den Klassen sechs und sieben liegt man mit jeweils vier Sportstunden noch über dem Soll. „Wir sind ganz bestimmt nicht repräsentativ“, erläutert Ulrich Reckmann, Fachschaftsleiter Sport am Schillergymnasium. Der Sportunterricht am Sülzer Gymnasium hat einen besonders hohen Stellenwert.

Um die Motivation der Schüler hochzuhalten, wird in der Unterstufe auf Noten im Fach Sport verzichtet. „Wir erteilen stattdessen ein differenziertes Zertifikat, in dem Kondition, Kraft, Technik, aber auch Gruppenverhalten beurteilt werden“, erklärt Sportlehrer Rüdiger Geis. Außer in der Turnhalle werden die Schüler des Gymnasiums an der Nikolausstraße auch in den Klassenzimmern immer wieder dazu ermuntert, sich sportlich zu betätigen. Lehrerin Heike Faßbender läuft als Fitness-Express durch die Schulflure und unterbricht immer mal den Unterricht für ein paar Minuten Bewegung. „Damit kann man zum Beispiel gut die Nervosität vor Klassenarbeiten abbauen“, sagt die Pädagogin.

Schwerpunkt auf Leichtathletik in Bickendorf

Mit ganz unterschiedlichen Bedingungen muss dagegen das Sportkollegium am Montessori-Gymnasium in Bickendorf zurechtkommen. In der sanierungsbedürftigen Dreifachturnhalle, die sich das Gymnasium mit der benachbarten Hauptschule teilt, tummeln sich zeitweise bis zu 100 Schüler gleichzeitig. Die Hallendrittel sind durch dünne Schiebewände getrennt. An Ruhe und Konzentration für kompliziertere Turnübungen ist kaum zu denken, wenn nebenan Basketball gespielt wird. Aus dieser Not hat die Schule eine Tugend gemacht. „Wir haben schon vor geraumer Zeit einen Schwerpunkt auf Leichtathletik gelegt“, sagt Sportlehrerin Susanne Gecius. Am Montessori-Gymnasium werden die Schüler dabei vor allem zum Laufen ermuntert. Am Anfang eines jeden Schuljahres warten in den Sportstunden Ausdauer-Einheiten auf die Jungen und Mädchen.

In Bewegung kommen nicht nur die Schüler, denen das Laufen besonders liegt, wie etwa Richard Obeng und Philip Blümel, die beim ASV-Sprintcup unlängst ihre Jahrgänge dominierten. Einmal im Jahr – beim sogenannten Monte-Marathon – gehen sämtliche Schülerinnen und Schüler der Schule und darüber hinaus die Montessori-Grund- und -Hauptschüler gemeinsam auf die Laufstrecke um den Adenauer-Weiher.

Das Angebot der Bewegten Pause ruht dagegen zurzeit. Wegen der Sanierung des Schulgebäudes sind weite Teile des Schulgeländes Baustellenbereich. Für Spiel und Sport ist kaum Platz.

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Doch es gibt Ausweichmöglichkeiten. Sooft es möglich ist, werden der benachbarte Park oder die Sportanlage von Germania Ossendorf nebenan genutzt. Dort gibt es eine Laufbahn. Beim Staffelmarathon der Schulen während des Köln-Marathon ist die Schule von Beginn an dabei und belegt stets vordere Plätze – trotz wachsender Konkurrenz.

Leistungsorientierung und Teilnahme an Wettkämpfen sind sogar Teil des Schulprogramms. Sogar die Bundesjugendspiele – in der Regel eine Grundschul-Domäne – werden am „Monte“ weiterhin ausgetragen. „Das erfordert von allen viel Einsatz außerhalb der Unterrichtszeiten“, sagt Sportlehrerin Kathrin Kiehle, die jährlich mit einer Schülergruppe etwa am Vielseitigkeits-Mannschaftswettkampf der Leichtathleten teilnimmt. „Im vergangenen Jahr sind wir dazu sogar nach Duisburg gereist“, berichtet sie. Und dass der Köln-Marathon in diesem Jahr einmal mehr inmitten der Herbstferien ausgetragen wird, nehmen die Lehrer und Schüler in Kauf.

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