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Tote Lea-Sofie: Staatsanwalt fordert lebenslänglich

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Der angeklagte Lebensgefährte der Mutter der getöteten Lea-Sofie im Kölner Landgericht. Foto: dpa
Im Mordprozess um den Tod von Lea-Sofie hat die Staatsanwaltschaft am Montag in ihrem Plädoyer eine lebenslängliche Haftstrafe für Patrik L, den Stiefvater, gefordert. Die Mutter soll demnach für sieben Jahre und sechs Monate hinter Gitter.  Von
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Patrik L. soll für den Mord an der zweijährigen Lea-Sofie lebenslänglich ins Gefängnis – das forderte Staatsanwältin Simone Laumen am Montag in ihrem Plädoyer. Für die Mutter des Mädchens beantragte sie eine Jugendstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten. Franziska M. (20) wird Totschlag durch Unterlassen vorgeworfen. „Sie hat ihr eigenes Kind elendig Zu Grunde gehen lassen und es dann wie Abfall weggeschmissen“, sagte Laumen.

Die Angeklagte blickte starr vor sich auf den Tisch – so wie an allen Verhandlungstagen. Franziska M. sei  so sehr auf Patrik L. fixiert gewesen, dass sie sich keine Gedanken mehr um Lea-Sofie gemacht habe, die nach Patrik L.s Gewaltausbruch am 17. Dezember   drei Tage lang  im Kinderzimmer mit dem Tode gerungen hat. „Sie hat ihr Kind aus Bindungssehnsucht geopfert und dabei verdrängt, dass ihr eigener Freund es war, der ihre Tochter so schwer misshandelt hat.“  Lea-Sofie musste unerträgliche Schmerzen aushalten, bis sie am 20. Dezember zum zweiten Mal in eine Bewusstlosigkeit fiel und starb. Daran ließen die  medizinischen Gutachter keine Zweifel. Deutlich wurde auch: Lea-Sofie  hatte eine Überlebenschance von mehr als 80 Prozent – wenn sie  Hilfe bekommen hätte. 

Dass Franziska M. und Patrik L. ihr Leben weiterlebten, als sei nichts gewesen, lässt die Tat besonders erbarmungslos und grausam erscheinen. Am Tag vor Lea-Sofies Tod verbrachte Patrik L. den Nachmittag bei Freunden, während Franziska M. mit ihrer Tochter in der Wohnung war. Sie schrieb ihm per SMS: „Schatz, wann möchtest Du essen? Der BVB hat heute 103. Geburtstag.“ Dann schrieb sie ihrem Liebhaber: „Ich möchte Dich für immer!“ Das dunkelblau unterlaufene Gesicht des Mädchens behandelte die Mutter mit Kühlakkus – dann schloss sie die Tür zum Kinderzimmer wieder.

Patrik L. habe das Kind aus niederen Beweggründen ermordet. „Er hat aus egoistischer Selbstsucht gehandelt und seine Aggressionen an dem hilflosen kleinen Mädchen abreagiert“, sagte die Staatsanwältin. Sie unterstellte dem 23-Jährigen eine „mitleidlose Gesinnung.“ Die Tat grenze an das Mordmerkmal der Grausamkeit. „Sie ist an Brutalität kaum zu überbieten.“ Auch Patrik L. reagierte nicht auf das Plädoyer, er blickte die Staatsanwältin nicht an.

„Die Nerven lagen blank“

Patrik L.’s Verteidiger, Sebastian Schölzel, unterteilte die Tat in den Gewaltausbruch seines Mandanten und die „Lethargie und Passivität“ in den Tagen danach. Er nannte den Tod des Mädchens eine Katastrophe. „Aber Patrik  ist nicht das Monster, das die Öffentlichkeit in ihm sehen will.“ Patrik L. sei an jenem Tag nervlich am Ende gewesen und völlig überfordert, weil die weinende Lea-Sofie sich eine Stunde lang nicht habe beruhigen lassen. „Bildungsbürgertum-Eltern wissen, dass sie einfach mal kurz aus dem Zimmer gehen  und durchatmen müssen, wenn die Nerven blank liegen.“ Das sei aber kein Allgemeinwissen. Er forderte eine Strafe von nicht mehr als acht Jahren. Das Urteil soll am 24. Mai fallen.

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