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Trauerfeier: Köln nimmt Abschied von Lea Sophie

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Teilnehmer der Trauerfeier lassen auf dem Pariser Platz Luftballons steigen mit Karten, auf denen sie ihren letzten Gruß an Lea Sophie geschrieben haben. Foto: Tim Stinauer
In Chorweiler haben etwa 400 Menschen bei einer Gedenkfeier Abschied von der ermordeten Lea Sophie genommen. Unzählige Kerzen, Blumen und Plüschtiere zeugten am Pariser Platz von der tiefen Trauer der Kölner.  Von
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Chorweiler

In Chorweiler haben etwa 400 Menschen bei einer Gedenkfeier Abschied von der ermordeten Lea Sophie genommen. Unzählige Kerzen, Blumen und Plüschtiere zeugten am Pariser Platz von der tiefen Trauer der Kölner. Die Trauerfeier im Protokoll:

Auf dem Pariser Platz begrüßt zunächst Bezirksbürgermeisterin Cornelie Wittsack-Junge die Gäste. Auf einer Mauer stehen dort unzählige Kerzen, Blumen und Plüschtiere sind ebenfalls in großer Zahl abgelegt. Zu Beginn sind etwa 150 Menschen anwesend, darunter eine große Zahl von Pressevertretern.

Etwa 400 Menschen waren zu der Trauerfeier gekommen.
Etwa 400 Menschen waren zu der Trauerfeier gekommen.
Foto: Tim Stinauer

Die Trauerfeier soll eine Gelegenheit sein, von der kleinen Lea Sophie Abschied zu nehmen. Das Mädchen war am 21. Dezember am Fühlinger See tot aufgefunden worden. Der Lebensgefährte von Lea Sophies Mutter steht im Verdacht, das Kind erschlagen zu haben.

Die Teilnehmer der Trauerfeier tragen die Kerzen, Blumen und Plüschtiere in den Bürgersaal, wo die Trauerfeier weitergehen wird. Die Plüschtiere sollen an Kinder in Not weitergegeben werden.

„Wir werden Dich nie vergessen“

Die Bühne im Saal ist eingerahmt von Blumengebinden mit weißen Rosen und Kerzen. Ein Foto von Lea Sophie ist aufgestellt.
Die Bühne im Saal ist eingerahmt von Blumengebinden mit weißen Rosen und Kerzen. Ein Foto von Lea Sophie ist aufgestellt.
Foto: Tim Stinauer

Die Bühne im Saal ist eingerahmt von Blumengebinden mit weißen Rosen und Kerzen. Ein Foto von Lea Sophie ist aufgestellt, zwei Schülerinnen des Humboldt-Gymnasiums sorgen für musikalische Untermalung. Der OB hat eine Trauerschleife gestiftet. Kaum jemand der 200 Anwesenden spricht.

Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes tritt ans Mikrofon. Die Nachricht, dass das Vermisste Mädchen tot aufgefunden worden sei, habe sie wie ein Schlag getroffen. Kurz vor Weihnachten seien alle Kölner damit konfrontiert worden, dass es sinnlose, tödliche Gewalt in Köln gibt und unkontrollierte Wut gegen ein Kleinkind.

Scho-Antwerpes: „Überall in Köln hat die Tat blankes Entsetzen ausgelöst. Aber in Chorweiler ging in diesen Tagen etwas besonderes vonstatten. Die Menschen vor Ort konnten gemeinsam trauern und sich Trost spenden. Das Schicksal der kleinen Lea Sophie hat die Menschen in unserer Stadt vereint.“ Die Umstände, die zu Lea Sophies Tod geführt haben, hätten gezeigt, wie sehr Kinder in der Gesellschaft besonderen Schutz und aufmerksam brauchen, so Scho-Antwerpes.

Trauernde bringen Plüschtiere und Kerzen, die vor dem Rathaus standen, in den Bürgersaal Chorweiler.
Trauernde bringen Plüschtiere und Kerzen, die vor dem Rathaus standen, in den Bürgersaal Chorweiler.
Foto: Tim Stinauer

Nach der Rede der Bürgermeisterin folgt ein musikalischer Beitrag, „Somewhere over the Rainbow“. Der Saal ist mittlerweile gut gefüllt. 300 Menschen dürften jetzt anwesend sein. Einige weinen. Nach Elfi Scho-Antwerpes spricht jetzt der evangelische Pfarrer Bernhard Ottinger-Kasper. Der Geistliche dankt den vielen Menschen, dass sie gekommen sind. Er erklärt, dass der Name Lea aus dem  hebräischen komme und "die sich umsonst bemüht" bedeute. Ottinger-Kasper: „Wir müssen die schlimmen Realitäten hinnehmen, die das Leben bereithält. Wir können nur versuchen, solche Verbrechen in Zukunft zu verhindern, indem wir hinsehen und eingreifen. Da ist auch die Kommune gefragt, indem nicht an den falschen Stellen gespart wird und Mütter in Not Hilfe bekommen.“

Als nächstes spricht der katholische Dechant Stephan Weißkopf. „Unfassbar sinnlos“, das seien die Worte gewesen, die ihm nach dem Tod von Lea Sophie in den Sinn gekommen seien. Er appelliert daran, dass sich alle Menschen für ein friedvolles Miteinander einsetzen. Weißkopf: "Wir haben die Hoffnung, dass ihr Leben aufgehoben ist bei Gott. Das Licht des Lebens möge für Dich leuchten, Lea Sophie. Auch wenn Du gestorben bist."

Für Lea Sophie wird eine Kerze entzündet, die auf dem Grab des kleinen Mädchens Brennen soll. Ein Gebet wird gesprochen. Die Trauernden sprechen das Vater unser. Alle sind aufgestanden. Es folgt der nächste Musikbeitrag. Das Lied heißt "Sind so kleine Hände" und handelt davon, dass Kindern keine Gewalt angetan werden darf.

Nun spricht als letzte Rednerin noch einmal die Chorweiler Bezirksbürgermeisterin Cornelie Wittsack-Junge. "Kinder symbolisieren das Leben an und für sich. Sie bedürfen unseres besondern Schutzes. Diesen Schutz hat Lea Sophie am Ende ihres Lebens nicht mehr erhalten." Wittsack-Junge weiter: "Besonders berührt hat mich die emotionale Beteiligung und die Ernsthaftigkeit der Menschen, die hier im Gedenken an Lea Sophie zusammen gekommen sind. Bei allem Schmerz wollen wir heute an Lea Sophie als lebenslustiges kleines Mädchen denken. Ihre lieblingsspielzeuge waren ein Bobbycar und ihr Puppenwagen."

Die Trauerfeier neigt sich dem Ende zu, als Meike und Nina Tappert vom Humboldt-Gymnasium auf Querflöte und Klarinette das Lied "Guter Mond, Du gehst so stille" spielen. Das war das Lieblings-Schlaflied der kleinen Lea Sophie. Das Mädchen wurde nur zwei Jahre alt.

Dann ist die Trauerfeier im Saal beendet. Am Ende waren etwa 400 Menschen dabei. Zum Schluss konnten sie Karten für Lea Sophie schreiben, die an Ballons in den Himmel gestiegen sind. Auf einer Karte stand: "Mein Engelchen, wo auch immer du jetzt bist, Du wirst immer in unseren Herzen sein. Wir werden Dich nie vergessen."

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