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U3-Betreuung: Im Norden fehlen Kindergartenplätze

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Viele Anmeldungen: In der Merkenicher Kita Sternschnuppe – Träger ist die Fröbel-Gruppe – werden 83 Kinder betreut. Foto: Philipp Haaser
Ab August haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für unter dreijährige Kinder. Im Kölner Norden sind allerdings immer noch zu wenig Plätze vorhanden. Und das wird sich 2013 wohl auch nicht ändern.  Von
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Eltern, die einen Betreuungsplatz für ihr Kind im Kölner Norden suchen, müssen sich weiterhin auf ein knappes Angebot einstellen. Das gilt vor allem, wenn der Nachwuchs jünger als drei Jahre ist. Im aktuellen Kindergartenjahr ist – seit April 2012 – kein einziger neu eingerichteter Kindergarten- oder Tagespflegeplatz zu verzeichnen. Das geht aus dem Statusbericht zum Kita-Ausbau der Stadtverwaltung hervor. Ein Überblick zu den Fortschritten bei geplanten Neubauten und Erweiterungen von Kindergärten lag in der vergangenen Sitzung der Bezirksvertretung Chorweiler vor. Rasche Besserung ist demzufolge nicht in Sicht.

Der Bericht der Verwaltung führt vier Bauprojekte im Bezirk auf. So plant ein privater Investor eine Kita in der Worringer Jakob-Sturm-Straße. Eine Baugenehmigung liegt jedoch noch nicht vor. Am Holzheimer Weg soll zudem auf dem Gelände der ehemaligen Hauptschule ein neues Gebäude für eine Tagesstätte in Modulbauweise errichtet werden. Überlegungen zur Nutzung des Grundstücks für eine Kita bestehen seit 2003. Rund 100 Kinder sollen hier in Zukunft betreut werden; Mitte 2015 dürfte der Bau nach Auskunft der städtischen Gebäudewirtschaft fertig sein.

Kita rechnet sich erst ab drei Gruppen

U3-Plätze im Bezirk Chorweiler
U3-Plätze im Bezirk Chorweiler
Foto: KStA-Grafik

In einem Gebäude an der Neusser Landstraße richtet der private Träger Amares einen Naturkindergarten mit drei Gruppen ein. In Roggendorf/Thenhoven plant die Stadt einen neuen Kindergarten in der Berrischstraße. Nach mehreren unvorgesehenen Wechseln der beauftragten Planer, Architekten, Statiker und Gebäudeausrüster soll voraussichtlich Anfang April mit dem Bau begonnen werden. In Merkenich fehlen laut Bildungsdezernat 15 bis 20 Plätze für Jungen und Mädchen im Alter zwischen einem und sechs Jahren. „Dafür können wir keine Kita bauen“, sagt Monika Langenbach, im Dezernat zuständig für die Schulentwicklungsplanung, „das rechnet sich erst ab drei Gruppen.“

Bei den Betreuungsquoten für Kinder unter drei Jahren steht der Bezirk Chorweiler entsprechend schlecht da (siehe „Schlechte Quote“). Der angestrebte Wert von 38 Prozent solle „möglichst in jedem Stadtteil“ erreicht werden, so Langenbach, damit die Eltern mit ihren Kindern die Kita schnell erreichen können. Zwar würden Neubau-Projekte mit Hochdruck betrieben. „Wahrscheinlich werden sie aber trotzdem nicht bis zum Beginn des nächsten Kindergartenjahres fertig.“ Die fehlenden Plätze im gesamten Bezirk Chorweiler sollen nun unter anderem Tagesmütter anbieten.

Lediglich 25 U3-Plätze

Fröbel-Kita Sternschnuppe in Merkenich
Fröbel-Kita Sternschnuppe in Merkenich
Foto: Philipp Haaser

Verschärfend kommt im Bezirk hinzu, dass der Mangel in einem Veedel kaum durch Plätze in anderen Vierteln ausgeglichen werden kann. „Die Stadtteile hier im Norden liegen weit voneinander entfernt. Und wegen der schlechten Busverbindungen kann man nicht mal eben sein Kind in einer Kita im Nachbarort unterbringen“, erläutert Bezirksbürgermeisterin Cornelie Wittsack-Junge. Deshalb müsse unbedingt darauf geachtet werden, dass in den einzelnen Stadtteilen ausreichend Plätze entstehen. In Worringen hätten Eltern darüber hinaus Probleme, eine Betreuung für Kinder zu finden, die älter als drei Jahre sind, so Wittsack-Junge. Die Statistik der Stadtverwaltung weist für den Ort eine Versorgungsquote von 88 Prozent für Mädchen und Jungen zwischen drei und sechs Jahren aus – eine niedrige Rate im Vergleich mit anderen Vierteln. Und für jüngere Kinder stehen dort gerade mal 25 Plätze zur Verfügung, das entspricht neun Prozent.

Die Betreuung in privaten Kitas kostet mehr als in städtischen Kindergärten. Zwar begrüßt die Bezirksbürgermeisterin private Initiativen, wenn es keine vergleichbaren städtischen Angebote gibt: „Aber insgesamt setzen wir eher auf städtische Einrichtungen.“ Wegweisend findet sie das Vorgehen etwa beim Neubaugebiet Straberger Weg in Roggendorf/Thenhoven. Dort wird eine Kita für Kinder in den neuen Häusern gleich mitgebaut.

Bald Rechtsanspruch auf U3-Platz

Für 28 Prozent der Kinder, die jünger als drei Jahre sind, gibt es einen Betreuungslatz in Chorweiler.

Das ist eine der niedrigsten Quoten in Köln.

Nur Porz (28 Prozent) und Kalk (25 Prozent) sind ähnlich schlecht versorgt.

Stadtweit werden 38 Prozent angestrebt, um den ab August gültigen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren zu erfüllen.

32 Prozent sind – für die ganze Stadt berechnet – bereits erreicht. (phh)

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