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Kommentar zum Regierungsjet: Von Sicherheit keine Spur

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Die Regierungsmaschine wird von der Kanzlerin und den Ministern genutzt. Foto: dpa
Im Juli überwand am militärischen Teil des Köln-Bonner Flughafens ein verwirrter Mann mit schlafwandlerischer Sicherheit alle Barrieren und gelangte in das Cockpit des Kanzlerjets. Was passiert, wenn jemand Ernst macht? Ein Kommentar  Von
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Blödelfilme beginnen oft so. Jemand spielt den Deppen und ist plötzlich im Zentrum der Macht, weil alle ihm glauben. Doch müsste man schon nach Leibeskräften abgründige Fantasien bemühen, um einen Erzählfaden zu spinnen, wie er sich aus dem polizeilichen Protokoll ergibt, das durch den Abend des 25. Juli 2013 führt. Da schritt am militärischen Teil des Köln-Bonner Flughafens ein verwirrter Mann mit schlafwandlerischer Sicherheit durch all das, was man hierzulande „Sicherheitsstufe“ nennt, und gelangte in das Cockpit des Kanzlerjets, wo er an Knöpfen herumspielte. Zentrale Erkenntnis des Polizei-Protokolls: Der Mann hätte Merkels Airbus starten können, da dieser nicht – nach Vorschrift – „stromlos geschaltet“ war.

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Die Bundeswehr behauptet das Gegenteil. Hätte der Eindringling also die Triebwerke zünden können? Bis zu acht Tonnen Flugbenzin sollen sich an Bord befunden haben – damit kommt man nicht nur weit, sondern kann auch unerhörten Schaden anrichten. Dafür hätte der verwirrte Eindringling Zeit und Gelegenheit gehabt. In seiner Nachbarschaft befanden sich die Luftwaffenkaserne Wahn und der Flughafen Köln/Bonn, von dem aus Urlauberjets in alle Welt fliegen. Wenn man hört, dass ein Polizeihund den mit einer Unterhose Bekleideten außer Gefecht setzte, gerät die Wirklichkeit abermals in den Bereich des Slapsticks.

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Was soll sein, wenn jemand Ernst macht? Wie am 11. 9. in New York? Oder 1972 in München, als Stümperhaftigkeit deutscher Behörden in ein Massaker an israelischen Sportlern mündete? Wir leben in einem unglaublich sicheren Land. Zumindest glauben wir das und offenbar auch jene, die das eigentlich nicht glauben dürften.

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