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Kommentar: Das deutsche Jobwunder

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Trotz Finanzkrise hat sich der Arbeitsmarkt auch 2012 äußerst positiv entwickelt. Ein Grund liegt in der Krise selbst: Wenn die Angst vor Geldentwertung grassiert, belebt das den Konsum und die Wirtschaft. Anstoß, der Kommentar.  Von
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Die kaum glaubliche Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt widerspricht augenscheinlich jeder wirtschaftlichen Logik. Seit fünf Jahren herrschen Finanz- und Schuldenkrise, ganze Absatzmärkte in Südeuropa brechen weg, doch in Deutschland gibt es schon zum sechsten Mal in Folge einen Rekord bei den Beschäftigtenzahlen. Wie passt das zusammen?

Da ist zum einen die ausgewogene Wirtschaftsstruktur mit einer starken Industrie, die vom Nachfragehunger der Schwellenländer profitiert. Made in Germany ist zunehmend auch bei intelligenten Dienstleistungen gefragt. Das sichert und schafft Arbeitsplätze.

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Und sogar die Krise selbst sorgt dafür, dass die Verbraucher in Deutschland mehr Geld in den Konsum fließen lassen: Die Anlagemöglichkeiten sind mager, und die Furcht vor einer Geldentwertung ist groß. Auch dies belebt den Arbeitsmarkt. Schließlich hat die besondere Sozialpartnerschaft hierzulande dafür gesorgt, dass in der Rezession 2008/2009 kaum Leute entlassen, sondern in Kurzarbeit geschickt wurden.

Wo es so viel Licht gibt, da gibt es zwangsläufig auch Schatten. Trotz des Beschäftigungsrekords bleibt eine hohe Arbeitslosigkeit: Ehrlich gerechnet dürften rund vier Millionen Menschen erwerbslos sein – erschreckend viele. Das Plus bei den Beschäftigten speist sich vor allem daraus, dass immer mehr Menschen im erwerbsfähigen Alter sind und mehr Frauen sowie Ältere arbeiten. Zudem gibt es Millionen Teilzeitstellen, Mini-Jobs und Leiharbeitsverhältnisse, die nur bedingt den Mann oder die Frau ernähren.
Dennoch: Das deutsche Beschäftigungswunder wird zu Recht weltweit anerkannt.

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