Die Anforderungen an Grundschulen sind gestiegen: Beste Bildung für alle, Förderung von Benachteiligten und ein funktionierendes Ganztagsangebot werden als selbstverständlich erwartet. Diese Anforderung ohne eine kompetente Schulleitung zu erfüllen, ist nicht möglich. Wenn man Lehrerinnen und die wenigen vorhandenen Lehrer für Leitungsaufgaben gewinnen will, müssen die Anreize verbessert werden. Zusätzliche Entlastungsstunden, wie sie das Land gewährt hat, waren ein Anfang. Jetzt müssen finanzielle Anreize folgen. Es ist nicht nachvollziehbar, dass gute Grundschulleiter weniger verdienen als ihre Kollegen an weiterführenden Schulen.
Aber auch die Hürden im Bewerbungsverfahren gehören auf den Prüfstand. Dazu gehört das anchronistische Reglement für katholische Grundschulen. Was nach dem Krieg als besondere Konstruktion in der britischen Besatzungszone entwickelt wurde, kann nicht mehr für eine so große Zahl an Schulen gelten, die Kindern in einer von Vielfalt geprägten Großstadt ins Leben helfen sollen.
Katholische Grundschulen sind keine Privatschulen; die Kirche ist nicht der Träger, sondern die Stadt. Sie werden über allgemeine Steuermittel finanziert, die Kirche zahlt nichts. Wenn die Kirche also nicht selbst ihre Ausschlusskriterien für nicht-katholische Schulleiterkandidaten lockert, ist das Engagement selbstbewusster Eltern gefragt. Sich von der Bindung an die Institution zu lösen, bedeutet nicht, das Profil, die Identität oder die Tradition als christliche Schule aufgeben zu müssen.



