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Kommentar: Stadt muss Urbanität und Vielfalt fördern

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Das alte Mülheim: Wirt Ibrahim Ayazgün fürchtet, dass sein "Belz Bierstübchen" das Inkrafttreten des nordrhein-westfälischen Anti-Raucher-Gesetzes im März nicht überleben wird. Foto: michael bause
Um die bunte Mischung in den Veedeln trotz voranschreitender Gentrifizierung zu erhalten, braucht es eine vorausschauende Stadtentwicklungspolitik. Die Stadt Köln ist davon aber weit entfernt. Ein Kommentar.  Von
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Köln

Wer möchte, dass sich ein Prozess wie in der Südstadt nicht wiederholt, muss etwas dafür tun. Das als "Altenheim der Alt-68er" verspottete Ex-In-Viertel der Stadt ist das Musterbeispiel für den Prozess, den Wissenschaftler "Gentrifizierung" nennen. Die Freude über die Aufwertung eines Quartiers weicht der Erkenntnis, dass es hier nur noch wenig von dem gibt, was es einmal attraktiv gemacht hat: Bunte Urbanität und Vielfalt wurden genauso verdrängt wie Alteingesessene.

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Die Stadt, die gern das Lebensgefühl vom Veedel besingt, braucht eine Stadtentwicklungspolitik, die die Herausforderungen der Zukunft erkennt: Es gilt, die bunte Mischung zu erhalten und zu fördern. Der Schlüssel dazu liegt vor allem in einer tatkräftigen Wohnungsbaupolitik, die Angebote schafft, um Verdrängungsprozesse zu stoppen und Urbanität zu erhalten. Die Stadt ist weit davon entfernt, den Erfordernissen auch nur einigermaßen gerecht zu werden.

Dass sich die Bevölkerung verändert, Studenten und Kulturschaffende neue Stadtteile entdecken und Besserverdienende in einst benachteiligte Quartiere ziehen, ist nichts Negatives. Doch ohne eine vorausschauende Stadtentwicklungspolitik können diese Prozesse zu unerwünschten Veränderungen führen. Man muss sich kümmern, öffentlichen Raum erhalten, alteingesessenen Unternehmen helfen, Verbindungen zwischen Neuem und Altem schaffen.

In Berlin geht man im Bezirk Pankow, zu dem der gentrifizierte Prenzlauer Berg gehört, noch einen Schritt weiter und macht vor, wie man alteingesessene Mieter schützen kann: Bis zu 70.000 Wohnungen sollen unter einen sogenannten "Milieuschutz" fallen. Das heißt: Dem Vermieter wird eine Luxussanierung untersagt. Das Baugesetzbuch erlaubt Maßnahmen zur Regelung der Bevölkerungszusammensetzung.

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