Ist „Sonnenkönig“ Frank Asbeck eigentlich von allen guten Geistern verlassen? Der Gründer und Großaktionär des einstigen Bonner Vorzeigeunternehmens Solarworld hat in der wohl größten Krise der Firma offenbar nichts besseres zu tun, als das Schloss Marienfels von Entertainer Thomas Gottschalk zu kaufen: Ein Millionendeal von Wettkönig zu Sonnenkönig sozusagen.
Jeder Privatmann kann mit seinem Geld anstellen was er will, solange es legal ist, auch Frank Asbeck. Aber der Kauf eines zweiten Schlosses in der derzeitigen Situation von Solarworld zeugt von denkbar schlechtem Geschmack. Die Gläubiger des früheren Branchenstars bangen um die Rückzahlung von einer Milliarde Euro, die meisten Aktionäre haben schon Riesenverluste hinter sich und die Beschäftigten bei Solarworld fürchten um ihre Arbeitsplätze. In einer solchen Situation wie Graf Protz zu agieren ist ein Zeichen von mangelndem Fingerspitzengefühl.
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Frank Asbeck hat mit großem Pioniergeist die klimafreundliche Sonnenenergie in Deutschland vorangetrieben, das ist unbestritten sein Verdienst. Doch wie so oft bei Unternehmen, die in kurzer Zeit zu stark gewachsen sind, hat er zu lange am zunächst erfolgreichen Geschäftsmodell festgehalten: Asbeck wollte an der gesamten Wertschöpfungskette der Solarenergie verdienen, doch inzwischen verliert Solarworld in vielen Bereichen Geld. Es wird nun darauf ankommen, das Unternehmen in Verhandlungen mit den Gläubigern und Kunden über Wasser zu halten.
Asbeck selbst wird aber in jedem Fall noch genügend Kleingeld übrig behalten, um die 800 Quadratmeter Wohnfläche in seiner neuen Herberge am Rhein beheizen zu können. Ob er aber in dem riesigen Schlafzimmer im Stile eines Beduinenzeltes noch ruhig schlafen werden kann, das steht auf einem anderen Blatt.



