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Kommentar zu Oscars: Hollywood in seiner besten Form

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Ben Affleck mit seiner Ehefrau Jennifer Garner Foto: ap/dpa
Die Stimmung war auf der Zielgeraden gekippt: Mit Ben Afflecks „Argo“ wurde ein Außenseiter in wenigen Wochen zum heißesten Oscar-Kandidaten. Völlig zu Recht bekam der Film nun die wichtigste Trophäe. Anstoß, der Kommentar.  Von
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Wohl noch nie in der Oscar-Historie hat sich ein Nachteil so rasant in einen Vorteil verwandelt wie bei „Argo“. Der Film über die clevere Befreiung von sechs Amerikanern aus Iran Ende 1979 wurde allenthalben gelobt, als er im vergangenen Herbst anlief. Aber wenn es um die Oscars ging, wurden andere Titel wesentlich häufiger genannt: vorneweg „Lincoln“, aber auch „Silver Linings Playbook“, „Life of Pi“, „Les Misérables“, „Zero Dark Thirty“, „Django Unchained“, um nur sechs aufzuzählen.

„Argo“, der geschickt zwischen Thriller, Drama und Komödie balanciert, war ein geschätzter Kandidat, mehr allerdings nicht. Bis zu dem Tag im Januar, an dem Ben Affleck NICHT für seine beeindruckende Regieleistung nominiert wurde.

Als schämte sich eine ganze Branche für diesen Fauxpas, verwandelte sich der Außenseiter in den folgenden Wochen in den heißesten Kandidaten. Während dem vormaligen Favoriten, Steven Spielbergs „Lincoln“, die Luft ausging, staubte nun „Argo“ einen Preis nach dem anderen ab. Das letzte Mal, dass die Stimmung auf der Zielgeraden so massiv kippte, war 1999, als „Shakespeare in Love“ noch gegen „Der Soldat Ryan“ gewann, einen Film, bei dem kurioserweise Steven Spielberg Regie führte.

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Zyniker behaupten nun, die eingangs genannten Werke hätte leidenschaftlichere Reaktionen hervorgerufen als Afflecks Film; und dass dieser ein Kandidat des Konsensus und der Vernunft sei. Zumindest Letzteres ist ein lustiger Vorwurf.

Außerdem kann wohl nur ein Blinder bestreiten, dass „Argo“ ein intelligenter und unterhaltsamer Film ist. Einer, der nicht bloß in den 1970ern spielt, sondern zugleich an die Filme dieses Jahrzehnts erinnert, von Regisseuren wie Sydney Pollack („Die drei Tage des Condor“) oder Alan J. Pakula („Die Unbestechlichen“), die politisch und kommerziell zugleich waren. Und die Hollywood in seiner besten Form vertraten.

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