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Kommentar zum Arbeiterstrich: Ein fatales Signal

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Tagelöhner warten auf Arbeit. Foto: Arton Krasniqi, KSTA
Eigentlich weiß es jeder, vor allem die Stadt, der Zoll und die Polizei: Seit Jahren floriert der Schwarzarbeitermarkt auf der Venloer Straße in Ehrenfeld. Warum schreitet der Zoll nicht ein? Anstoß, der Kommentar.  Von 
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Die Stadt weiß es, die Polizei weiß es, der Zoll weiß es – und trotzdem floriert seit Jahren ein Schwarzarbeitermarkt mitten auf der Venloer Straße. Wie kann das sein?

Zuständig ist der Zoll. Der Prüfauftrag für Baustellen umfasse aber keine Personenkontrollen auf dem sogenannten Arbeiterstrich, argumentiert die Abteilung Finanzkontrolle Schwarzarbeit. Das ist nicht nachvollziehbar. Wenn die Zöllner doch wissen, wo die kriminellen Bauunternehmer ihre Tagelöhner auflesen – warum observieren sie den Ort nicht?

Das ist klassische Ermittlungsarbeit, im Fall Venloer Straße sogar ein Elfmeter ohne Torwart. Ziemlich sicher würden die Beamten außer legalen Arbeitern mit Gewerbeschein auch illegale und deren Hintermänner antreffen.

Vor allem würden sie für Verunsicherung in der Szene sorgen. Es drängt sich eine Vermutung auf: Die Zollbehörde setzt ihr knappes Personal lieber in großen Ermittlungsverfahren ein, die mehr Ertrag versprechen. Das Signal an die kleinen Sünder wäre allerdings fatal: Weitermachen, euch passiert sowieso nichts.

AUTOR
Tim Stinauer
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