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Kommentar zum Länderspiel: Harsche Kritik an USA-Reise fällt aus

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Mit dem Sieg dürften die Kritiker der USA-Reise vorerst verstummen. Foto: dpa
Die Fallhöhe war groß für Joachim Löws Not-Team, doch nach dem Erfolg über Ecuador dürfte die Kritik über den Sinn der Länderspielreise vorerst verstummen - zumal es hierfür triftige Gründe gibt. Ein Kommentar  Von
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Boca Raton

Seit ins öffentliche Bewusstsein vorgedrungen ist, zwischen welche große Zahl von wichtigen Spielen sich der USA-Ausflug der Nationalmannschaft quetschen würde, hatten es  Joachim Löw, sein Team und der ganze Verband nicht leicht. Das Champions-League-Finale, das Pokalendspiel, die Relegation – alles von größerer Bedeutung  als die Auftritte des Aushängeschildes in Übersee. Die Fallhöhe war groß für Joachim Löws Not-Team. Die Kritik bei einer klaren Pleite gegen die in Deutschland nicht als Klasse-Mannschaft wahrgenommenen Ecuadorianer  wäre harsch ausgefallen. Immerhin hat sich der Verband den Ausflug mit rund acht Millionen Euro vom Fernsehen bezahlen lassen. Da wurde im Vorfeld schon mal an die verunglückten Missionen von Erich Ribbeck 1999 erinnert, der sich mit nach Klub-Proporz zusammengestellten  Verlegenheits-Mannschaften auf einer Florida-Reise und beim Confed-Cup schwer blamierte und heftige Schelte  einstecken musste.

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Die Situationen sind ähnlich, wenn auch nicht ganz  vergleichbar. Die jetzige Reise wurde terminiert, lange bevor die Bayern und Borussia Dortmund ins Finale der Königklasse gestürmt  waren. Zugrunde liegt eine Einladung  zum 100. Geburtstag des US-Verbandes. Wenn man die bekommt und angenommen hat, gehört es sich nicht, im letzten Moment die Party zu sprengen, weil die Hose ein Loch hat. Wer Werte wie Vertragstreue an anderer Stelle im Fußball einfordert, muss denselben Maßstab hier anlegen.

Zum Glück für Löw und den DFB hat die Mannschaft dafür gesorgt, dass die Diskussion über Sinn und Unsinn nachlässt. Das Ecuador-Spiel war  gute Unterhaltung  mit Kunst am Anfang und ein bisschen Drama am Ende. In sportlicher  Hinsicht bekommt es Sinn, im dem sich der Noch-Freiburger und Bald-Gladbacher Max Kruse in der nationalen Stürmer-Hierarchie ein bisschen ins Blickfeld gespielt hat – fast eine Cinderella-Story aus Amerika. Und, was gern unterschätzt wird: Das Spiel und seine Vorbereitung waren ein feines Stück Trainerarbeit von Joachim Löw. Diese heterogene Mischung im normalen System so zum Funktionieren zu bringen  wie in der ersten halbe Stunde ist womöglich schwerer, als zu entscheiden, ob heute mal Götze, Reus oder  Müller neben Özil beginnen darf.

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