Volltreffer! Wie kommt das Richtfest des Kölner Rosenmontagszuges bundesweit in die Schlagzeilen? Richtig. Mit einem provozierenden Wagen. Man kann das Festkomitee beglückwünschen, es ist gelungen: Angela Merkel als EU-Mutter, die als Sau viele kleine Ferkel (die EU-Staaten) ernährt. Das ganze in prima pink Pappmaché. Nackte Brüste gleich sechs Mal. Das unterschreitet die Busen-Quote des Zuges 2010 ungemein: Da steckte Berlusconi bis zum Hals in … ja genau: in dem, was in US-Fernsehserien nicht gezeigt werden darf: nackten Brüsten.
Das Festkomitee hat die Motivwagen für den Rosenmontagsumzug vorgestellt.
Foto: stefan worringSexismus-Debatte hin oder her - man kann sich fragen: Müssen Karnevalswagen so sein? Nein, das müssen sie nicht. Dass sie vielfach geräderte Herrenwitze sind - geschenkt. Aber vielleicht meinen es die Kölner ja auch einfach nur gut, wenn sie sich die Bundeskanzlerin so zur Brust nehmen. Schweine sind nämlich hochintelligente Tiere, die Darstellung also ein Kompliment. Wäre doch langweilig - wie in Mainz - einfach nur Piraten mit ihrem Schiff absaufen zu lassen, Peer Steinbrück mit viel Geld in der Tasche zu zeigen oder Kurt Beck als „Pulverkurt“ darzustellen, dessen Staatskasse explodiert. Und allesamt auch völlig bekleidet.
Der Karneval will nackte Tatsachen, und er will Kritik an den Mächtigen. Und dann reimt sich Merkel auch noch so schön auf Ferkel. Dieser Schweinerei konnten die Kölner Macher der Mottowagen einfach nicht widerstehen. Da kann man nur sagen: Das Schwein bestimmt das Bewusstsein.


