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Kommentar zur Venloer Straße: Gegen den Schlendrian hilft nur Druck

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Mit einer großen Abschleppaktion rücken Stadt und Polizei Falschparkern auf der Venloer Straße in Ehrenfeld zu Leibe.  Foto: Arton Krasniqi, KSTA
Es ist gut, dass Polizei und Ordnungsamt endlich auf der Venloer Straße Ernst machen. Wenn die Abschleppaktion bei Wild-Parkern aber nachwirken soll, muss die Stadt den Kontrolldruck aufrechterhalten. Anstoß, der Kommentar.  Von 
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Ehrenfeld

Nur mal kurz zur Bank, nur mal schnell zum Bäcker, nur kurz etwas abholen – Gründe, mal eben auf dem Radweg oder in der Ladezone zu halten, gibt es viele. Vor allem wenn alle Parkbuchten belegt sind. Wer hat das nicht schon getan? Und was soll schon passieren? Sind doch nur zwei Minuten.

Abschleppaktion auf Venloer Straße

Was vor allem auf der engen Venloer Straße in den zwei Minuten um sein Auto herum passiert, während er beim Bäcker in der Schlange steht, bekommt der Autofahrer in der Regel nicht mit: Andere Fahrer müssen einen Bogen machen, zwingen den Gegenverkehr zum Stoppen. Schwere Lastwagen kommen gar nicht vorbei oder müssen ebenfalls auf der Straße halten, weil die Ladezone zugestellt ist. Fußgängern nimmt das falsch geparkte Auto die Sicht beim Überqueren der Straße. Radfahrer müssen auf die Fahrbahn ausweichen, zwingen Autofahrer bestenfalls zum Bremsen – schlimmstenfalls zum Erste Hilfe leisten. Denn laut Polizei geschahen auch 2012 die meisten Unfälle auf der Venloer Straße, weil Ladezonen-Zuparker oder Radweg-Blockierer „mal eben kurz“ zum Bäcker mussten. Jedes dritte Opfer war ein Fahrradfahrer. Drei Menschen starben.

Darüber macht sich der Kurzzeit-Falschparker freilich keine Gedanken, bevor er seinen Wagen abstellt. Er handelt wohl kaum aus böser Absicht, sondern ist schlicht unaufmerksam. Um seinem Denkvermögen auf die Sprünge zu helfen, haben Stadt und Polizei es in den vergangenen beiden Wochen auf der Venloer Straße täglich mit Ermahnungen, Infozetteln und Knöllchen versucht. Und die, die es immer noch nicht begriffen haben, werden seit heute abgeschleppt. Und das ist richtig so.

Die Venloer Straße ist nun mal so, wie sie ist: eng, voll und hektisch. Baulich lässt sich dieser Zustand kaum verändern. Also hilft nur ein Appell an die Verkehrsmoral und notfalls ein Griff ins Portemonnaie.

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Durch die verstärkten Kontrollen in den vergangenen beiden und in dieser Woche habe sich die Situation schon spürbar gebessert, berichtet die Polizei. Zu befürchten ist allerdings, dass der Schlendrian wieder einkehrt, sobald der Kontrolldruck nachlässt. Polizei und Ordnungsamt müssen also dran bleiben, auch über diese Woche hinaus. Sonst steigen die Unfallzahlen weiter.

AUTOR
Tim Stinauer
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