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Moscheebau: Die Ditib brüskiert Köln

Die Ditib-Zentralmoschee im Stadtteil Ehrenfeld. Foto: stefan worring
Die Öffentlichkeitsarbeit der Türkisch-Islamischen Union bleibt problematisch. Dass nun beinahe der komplette Vorstand ausgetauscht wurde, behandelt die Kölner Ditib wie ein Staatsgeheimnis. Nur türkische Medien waren eingeweiht.  Von
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„Achtung! Sie stehen vor türkischem Territorium“. Ein solches Schild müsste eigentlich vor dem Rohbau der Kölner Zentralmoschee an der Inneren Kanalstraße stehen. Denn der Bauherr, die Türkisch-Islamische Union (Ditib), geht mit ihrem deutschen Partner um, als handele es sich  bei dem Gotteshaus um türkisches Hoheitsgebiet. Wieder einmal ist der Kölner Moschee-Beirat durch die Informationspolitik der türkischen Organisation brüskiert worden. Informationen über den Führungswechsel innerhalb des Ditib-Vorstands musste der Beirat den Medien entnehmen. Kein Wort darüber im Vorfeld gegenüber denen, die diesem Bau stets offen, voller Verständnis und mitunter in Freundschaft gegenüber standen und halfen, Missverständnisse, Ängste und Befürchtungen auszuräumen. Handelt es sich bei einem solchen Verhalten um reine Achtlosigkeit oder ist es so, dass der Mohr seine Schuldigkeit getan hat? Denn wenn die Ditib den Beirat wirklich brauchte – sie ginge anders mit ihm um.

Doch steht der Beirat stellvertretend für die Kölner Öffentlichkeit. Wer etwas über den Führungswechseln erfahren wollte, musste sich türkischer Quellen bedienen. Informiert wurden die Kölner also durch Dritte. Von der Ditib kam keinerlei Information.

Das ist ein erneuter Tiefpunkt, nachdem die Organisation bereit im vergangenen Jahr im Streit über  angebliche Baumängel an der Moschee ein Desaster in der öffentlichen Kommunikation erlebt hatte. Seinerzeit wurden ohne Not auch der Moschee wohl gesonnene Mitglieder des Beirats verärgert sowie Journalisten und Öffentlichkeit in mitunter rüdem Ton abgefertigt. Konsequenzen daraus wurden ganz offenbar bislang nicht gezogen.

Diese Moschee steht heute nicht mehr infrage. Der Bau existiert und wird, wenn er fertig gestellt ist, mehr als ein Gotteshaus sein. Er ist  auch ein Symbol dafür, wie man miteinander umgeht. Zurzeit  muss man konstatieren, dass diese Moschee auch für Intransparenz und eine verletzende Achtlosigkeit den Kölnern gegenüber steht.

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Das muss nicht so sein. Und es sollte so nicht sein.  Ein solcher Sakralbau kann sehr wohl Symbol für Verständigung bis hin zur Touristenattraktion werden. Das ist – allemal in Köln – sehr gut möglich. Doch bis dahin wäre noch ein weiter Weg zu gehen. Es bleibt zu hoffen, dass die Ditib diese Chance sieht und nutzt. Andernfalls  wäre die Moschee auch ein Symbol. Eines für Sprachlosigkeit und vertane Gelegenheiten. Das ist nicht eben wenig an Verantwortung.

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