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Norwegen gedenkt der Terroropfer: Die fehlende Dimension

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Unmittelbar nach dem Anschlag erinnert eine Kerze an das Massaker Foto: dpa
Norwegen hat sein Gedenken an die Terroropfer des Massakers vor zwei Jahren würdig abgehalten. Der Mörder sitzt für den Rest seines Lebens hinter Gittern. Doch das hasserfüllte Umfeld, das ihn formte, existiert weiterhin. Ein Kommentar.  Von
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In würdigem Gedenken und dem wegen des größeren Zeitabstands passenden kleineren Rahmen hat Norwegen auch den zweiten Jahrestag der Terrorbombe von Oslo und des Massakers von Utøya vorbildlich begangen. Mit seinem Appell für das Festhalten an den Werten der offenen Gesellschaft, seiner Warnung vor Extremismus aller Art und der Versicherung, dass das norwegische Gesellschaftsmodell Platz für alle habe, fand Ministerpräsident Stoltenberg wieder einmal die richtigen Worte in einer schwierigen Stunde.

Auch die Anregung der sozialdemokratischen Jugend, den 22.Juli zum internationalen Kampftag gegen Rassismus zu machen, passt zu dem Anlass. Doch noch fehlt eine Dimension in der Aufarbeitung des traumatischen Tages: die Frage, wie ein scheinbar völlig normaler junger Norweger zu einem rechtsradikalen Massenmörder werden konnte, wartet auf ihre Antwort. Zu rasch habe man sich mit der Erklärung abgefunden, dass Anders Breivik "nicht Teil unserer Gesellschaft" sei, beklagt Rene Berglund Sten, der Leiter des antirassistischen Zentrums.

Der Mörder sitzt für den Rest seines Lebens hinter Gittern. Doch das hasserfüllte Umfeld, das ihn formte, existiert weiterhin. Die Toleranz, die Stoltenberg und Gleichgesinnte predigen, wird erst dann eine Kraft, wenn sie nicht nur Gedenktage prägt, sondern auch den Umgang mit Roma-Bettlern oder Asylantenkindern im ganz normalen Alltag.

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