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Opernfusion Köln/Bonn: Da ist alles schiefgelaufen

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Die Interimsspielstätte der Kölner Oper im Musical-Dome am Breslauer Platz. Foto: Stefan Worring
Dass die Kölner Kultur in der Krise steckt, ist nichts Neues. Doch das Debakel um die mögliche Opernfusion setzt allem die Krone auf. Köln lässt sich von Bonn verspotten und braucht obendrein dringend neues Führungspersonal. Ein Kommentar  Von
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Köln/Bonn

Volltreffer. Im Kölner Porzellanladen hat’s mal wieder eingeschlagen. Und das – wie sollte es anders sein – zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Noch rumort es in der Kulturstadt, weil sich die Fraktionen von SPD, Grünen und FDP gegen eine Wiederwahl des amtierenden Kulturdezernenten ausgesprochen hatten; sie taten dies, obwohl Kulturrat, Freie Szene, Museen, Personalrat und viele andere für eine Verlängerung waren. In diesem Moment also kocht die Unruhe schon wieder hoch, weil die Oberbürgermeister von Köln und Bonn eine Prüfung in Auftrag gegeben haben, ob die Opernhäuser beider Städte fusionieren könnten.

Vorbei an allen Fachkräften

Man mag es drehen und wenden, wie man will: Da ist alles schiefgelaufen. Schon bei der Benennung der Initiative fängt das Elend an: Machbarkeitsstudie oder Datengerüst? Dass Jürgen Roters und Jürgen Nimptsch mit einem Missverständnis starteten, ist befremdlich genug. Aber sie lancierten die Aktion auch noch vorbei an allen möglichen Fachkräften in Politik und an den Bühnen; und sie nutzten offenbar aus, dass Georg Quander nur noch ein Dezernent in der Schlusskurve ist.
Getoppt wird dieses Verfahrens- und Kommunikations-Debakel schließlich dadurch, dass zwei der drei Experten nichts von ihrer Kür wussten: der Kölner Philharmonie-Intendant und der Düsseldorfer Operndirektor. Das ist ebenso irrwitzig wie fahrlässig.

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Momentan wirkt es so, als lasse sich Köln von Bonn am Nasenring durch die Arena führen. Düpiert wurde Köln schon bei der Debatte um die geplatzte Tanz-Kooperation, bei der Bonn im letzten Moment einen Rückzieher machte. Und bei der aktuellen Lachnummer hatte angeblich Bonn die Initiative ergriffen. Nun hat Köln den Spott und den Streit – eine Stadt, die einen Generalmusikdirektor und einen Kulturdezernenten sucht. Alle Jahre wieder: Eine schöne Bescherung.

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