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Rechtsanspruch: Festgefahrene Inklusionsdebatte

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Inklusion bezeichnet die Teilnahme behinderter Kinder am Unterricht an einer Regelschule. Foto: dpa
Die Verschiebung des Rechtsanspruchs für behinderte Kinder auf Unterricht an einer Regelschule war vorhersehbar. Zwar ist das für betroffene Familien ärgerlich, doch besser, als ein Gesetz, das zu wenig Rückhalt in der Bevölkerung hat.  Von
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Der schrittweise Rechtsanspruch für behinderte Kinder auf Unterricht an einer Regelschule startet wie geplant ab dem Schuljahr 2013/2014 – das wäre die eigentlich überraschende Nachricht gewesen. Denn die Debatte um die Inklusion ist so festgefahren, dass die jetzige Verschiebung des Rechtsanspruchs genauso vorhersehbar war wie die Tatsache, dass die Hamburger Elbphilharmonie immer teurer wird.

Das macht es natürlich nicht besser. Aber Demokratie ist nun mal bisweilen eine äußerst zähe Angelegenheit. Um die Willensbildung zu beschleunigen, benutzt die Politik neuerdings gerne den Rechtsanspruch als Druckmittel. Erst mal ein ehrgeiziges Datum festlegen – der Rest ergibt sich dann von selbst, so die Hoffnung. Tatsächlich hilft ein Rechtsanspruch und die damit verbundene Angst vor massenhaft klagenden Bürgern, politische Prozesse zu beschleunigen. Doch er löst keine Probleme. Und davon gibt es beim Thema Inklusion noch viel zu viele. Das drängendste: Welche Kosten trägt das Land, welche die Kommunen? Solange das nicht geklärt ist, wäre ein Rechtsanspruch fahrlässig.

Genauso wichtig sind die Ängste und Sorgen von Lehrern und Eltern. Zum Beispiel: Wie kann ein Lehrer die Herausforderung gut bewältigen, behinderte und nicht-behinderte Kinder gleichzeitig zu unterrichten? Die gesellschaftliche Akzeptanz ist beim Thema Inklusion viel zu wichtig, um solche Unsicherheiten zu ignorieren. Zusätzliche Zeit, sie ernst zu nehmen, lohnt sich daher. Das ist ärgerlich für alle, die schon lange auf den Rechtsanspruch warten. Aber besser, als ein Gesetz durchzudrücken, das zu wenig Rückhalt in der Bevölkerung hat.

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