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Rivalitäten: Marionetten-Spielchen in der Formel-1

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„ Besser intern besprechen.“ Bei der Pressekonferenz verbot Sebastian Vettel seinem Teamkollegen Mark Webber den Mund. Foto: Getty Images
Sebastian Vettel hat sich beim Großen Preis von Malaysia in einem waghalsigen Kampf mit seinem Team-Kollegen Mark Webber den Sieg gesichert. Der war anschließend sichtlich verstimmt. Bleibt da der Sportsgeist auf der Strecke? Anstoß, der Kommentar.  Von
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Als Diplomat ist Niki Lauda in seiner Kariere als Rennfahrer und Formel-1-Experte nicht auffällig geworden, deshalb kommt seinem sonntäglichen Vorschlag eine gewisse Bedeutung zu. 

Man solle sich zusammensetzen und überlegen, ob das Thema Stallorder nicht überdacht werden müsse, sagte der dreifache Weltmeister unter dem Schock des Anschauungsmaterials in Sepang.

Stillhalteabkommen beschlossen?

Auf dem Podium standen mit Sebastian Vettel, Mark Webber und Lewis Hamilton drei Männer mit gefrosteten Gesichtern. Sie alle als Opfer zu bezeichnen ist nicht ganz falsch – aber was ist mit den Zuschauern auf den Tribünen und vor den Bildschirmen? Können sie nicht erwarten, dass ihnen harter, halbwegs ehrlicher Rennsport vorgeführt wird? Und warum werden bereits beim zweiten von insgesamt 19 WM-Läufen innerhalb der Teams Stillhalteabkommen für die Renn-Schlussphase beschlossen?

Natürlich ist es ärgerlich, wenn bei internen Duellen Autos zu Kleinholz verarbeitet werden, aber ungleich peinlicher für die betroffenen Teams Red Bull und Mercedes war das Schau- und Mienenspiel der Protagonisten während der Siegerehrung. Der drittplatzierte Brite Hamilton entschuldigte sich noch auf dem Podest dafür, dass nicht sein eigentlich schnellerer Teamkollege Nico Rosberg, sondern er hier stehe.

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Sieger Sebastian Vettel versuchte bei der öffentlich inszenierten Talkrunde, seinem Stallrivalen Mark Webber mit der Bemerkung den Mund zu verbieten, man solle das  alles „intern besprechen“. Die Größe, sich für seinen erfolgreichen Überraschungsangriff auf den Australier zu entschuldigen, hatte der Heppenheimer erst hinterher.

Von Freude keine Spur: Sebastian Vettel (r) und der Zweitplatzierte Mark Webber (m) nach dem Rennen. Foto: Getty Images

Der Egoismus Vettels erhält angesichts des Umstandes, dass sich Rosberg in derselben Situation brav an die Teamorder hielt, besondere Schärfe. Andererseits: Wahrscheinlich wird man nur so dreimal in Folge Weltmeister. Zumal Vettel nach Webbers wenig kooperativen Verhalten beim turbulenten WM-Finale 2012 offenbar noch eine Rechnung zu begleichen hatte.

Die Red-Bull-Führung sei daran erinnert, dass sie sich in der Vergangenheit gerne damit gebrüstet hat, auf Marionetten-Spiele zu verzichten. Jetzt weiß man auch warum: so fad kann Limonade gar nicht schmecken wie dieser Sieg.   

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