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Triple-Sieger Bayern München: Heynckes überholt sich selbst

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Der Triple-Trainer: Jupp Heynckes hat mit seiner Mannschaft alles erreicht. Foto: Bongarts/Getty Images
Überragende Meisterschaft, Champions-League-Triumph - und zu guter Letzt auch noch der DFB-Pokal: Der FC Bayern hat das historische Triple perfekt gemacht. Der Schlüssel von Trainer Heynckes: Eine Mixtur seiner großen Widersacher. Ein Kommentar.  Von
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Der FC Bayern München hat im Jahr 2013 die eigenen Ansprüche überholt. Zwar zählte von Beginn an nur der Dreifach-Triumph in Meisterschaft, Pokal und Champions-League, doch die Idee hinter dem Projekt war eher simpel. Das Ziel war das Ziel, der Weg dahin egal, genau wie die Reisekosten.

Statt sich der bloßen Titeljagd hinzugeben erfand Jupp Heynckes aber gleich einen anderen Fußball, er erschuf eine Mixtur seiner großen Widersacher. Der FC Bayern 2013 enthält die Ballsicherheit des FC Barcelona, Dauerdruck und Umschaltspiel Borussia Dortmunds und den unbändigen Willen des FC Chelsea.

Während die Bayern sich – selbst ein wenig überrascht – ihres Meisterwerks erfreuten, wandelte sich bei der Konkurrenz die ehrliche Anerkennung schleichend in eine beklemmende Sorge: Wird der FC Bayern jemals wieder bezwingbar werden? Spanische Verhältnisse dienten nicht mehr als Synonym für Spielfreude, sondern als Drohkulisse sportlicher Langeweile. Nur ein Jahr nach dem die Bayern in Berlin von Borussia Dortmund vorgeführt und böse zerbeult wurden, gelten sie nach dem Triple-Triumph an gleicher Stelle nun als unschlagbar. Mindestens. Weltweit.

Doch schon früher haben sich die Münchener selbst gegen die drohende Langeweile gestemmt und beharrten auf der für sie nachteiligen Zentralvermarktung. In diesem Jahr gingen sie noch einen Schritt weiter als nur auf Geld zu verzichten – und beraubten sich selbst ihres Architekten.

Ob der neue Fußball-Philosoph Pep Guardiola und der FC Bayern des Jupp Heynckes kompatibel sind oder sich zueinander verhalten wie Produkte von Apple und Microsoft, bleibt abzuwarten. Die Startbedingungen könnten dabei kaum schwieriger sein: Um seine Ansprüche zu erfüllen, muss Pep Guardiola in der neuen Saison Jupp Heynckes eigentlich überholen. Aber selbst das hat Heynckes in dieser Saison ja schon vollbracht.

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