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Wallraf: Ein falsches Zeichen

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Bis zum letzten Tag standen die Besucher Schlange, um die Ausstellung „1912 – Mission Moderne“ zu sehen. Dies brachte dem Museum erhebliche Einnahmen. Foto: Stefan Worring
Erfolgreich gewirtschaftet und dennoch kein Gewinn: Mit der Kürzung der städtischen Zuschüsse für das Wallraf hat die Stadt das falsche Zeichen gesetzt. Ein Kommentar.  Von
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Erfolg lohnt sich nicht – das ist das verstörende Signal, das die Stadt Köln an die Verantwortlichen des Wallraf-Richartz-Museums/Fondation Corboud (WRM/FC) sendet.

Weil nämlich das Museum in den vergangenen Jahren erfolgreich gewirtschaftet hat und es ihm gelungen ist, Geld zurückzulegen, wurde und wird ihm der städtische Zuschuss gekürzt.

Es ist eine solche krude Lehre, die einen als Normalbürger immer wieder an Behörden zweifeln lässt, weil sie eine ermattende Botschaft enthält: Mühe lohnt sich nicht. Besser grau sein. Bloß nicht auffallen. Dem kommissarischen Leiter des WRM/FC, Roland Krischel, ist zu danken, dass er den Finger in die Wunde gelegt hat.

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Köln tut sich schwer damit, seinen Museen mehr wirtschaftlichen Spielraum zu geben. Das Leitungspersonal stöhnt, es müssten buchstäblich Formulare für einzelne Glühbirnen ausgefüllt und Straßenbahnfahrten als Dienstreisen beantragt werden. Nach Jahren enervierenden Verhandelns wurde das Wallraf in einen „eigenbetriebsähnlichen Zustand“ versetzt.

Kenner beschreiben das als die Erleichterung, die ein in Ketten Gelegter verspürt, wenn man ihm zumindest die Eisengewichte von den Füßen nimmt. Bereits dieser kleine Schritt hat sich ausgezahlt. Er nutzt allerdings wenig, wenn Institutionen die falschen Zeichen setzen. Dann wird der Erfolgreiche für seinen Erfolg abkassiert und derjenige, der Kalkulationen überzieht, mit immer neuen Zahlungen belohnt.

Schlagendes Beispiel ist der Kölner U-Bahn-Bau, dessen Kosten sich praktisch auf eine Milliarde Euro verdoppelt haben. Die Logik solch eines Wirtschaftens schafft in der Konsequenz eine Kultur des Misserfolgs. Sie besagt: Wer sparen kann, hat offenbar zu viel und muss dem abgeben, der sich in die roten Zahlen manövriert hat. Denn der hat wohl zu wenig – sonst schriebe er ja nicht rote Zahlen.

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