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Zensus 2011: Weniger Einwohner, mehr Argumente

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Erstmals seit 1987 gibt es aktuelle amtliche Daten über die Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen. Der Präsident des Landesamts für Statistik stellt am Freitag erste Ergebnisse der Volkszählung von 2011 vor. Dabei wird sich zeigen, wie nah NRW noch an der 18-Millionen-Einwohner-Grenze ist. Foto: dpa
NRW hat weniger Einwohner als angenommen - etwa so viel wie der Kreis Kleve. Das geht aus dem Zensus 2011 hervor. Der Bürger weiß jetzt, ob er in einer Gewinner- oder Verlierer-Region lebt. Politiker können mit frischen Zahlen planen. Anstoß, der Kommentar.  Von
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Herrlich. Auf den Autobahnen hat man es am Freitag gleich gespürt. Nordrhein-Westfalen hat knapp 300.000 Bürger weniger als bisher angenommen. 300.000 Einwohner. Das ist der gesamte Kreis Kleve. Nun wollen wir keineswegs auf so wunderschöne Gemeinden wie Geldern, Issum oder Xanten verzichten. Wäre doch schade drum. Und spätestens am kommenden Montag auf dem Weg zur Arbeit in einem übervollen Regionalexpress oder im Stau auf der Zoobrücke werden wir nichts mehr davon merken. Es war wohl doch der Brückentag, der für freie Straßen gesorgt hat.

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Ansonsten haben die Statistiker beim Zensus wenig Überraschendes zu bieten. Das Ruhrgebiet verliert stärker an Einwohnern als vergleichbare Regionen. Und die Stadt Aachen ist besonders gebeutelt. Sie zählt nur noch 236.420 Bürger – 8,4 Prozent weniger als bisher angenommen. Warum das so ist, darüber sagen die Ergebnisse erst einmal nichts aus. Fest steht nur: Von den 300.000 NRW-Statistik-Bürgern sind 280.000 ausländischer Herkunft.

Gewinner- oder Verlierer-Region?

Eine Erklärung dafür gibt es auch nicht, höchstens die Vermutung, dass inzwischen viele von ihnen längst eingebürgert sind, das bei den Meldeämtern aber nicht vermerkt wurde. Und was fangen wir jetzt mit dieser Statistik an?

Die Bürger wissen jetzt, ob sie in einer Gewinner- oder Verlierer-Region leben. Und die Politiker haben frische Zahlen, mit denen sie planen können. Bei der Erneuerung von Straßen und Schienen, beim Wohnungsbau und bei der Vergabe von Fördermitteln. Für das Rheinland könnte das bedeuten: Es gibt jetzt noch mehr Argumente für den Rhein-Ruhr-Express, für den Ausbau des Bahnknotens Köln, für die Sanierung der Autobahnbrücken. Köln, Bonn und Düsseldorf zählen zu den Wachstumsregionen. Aber das wussten wir auch schon vorher.

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