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Galaxy S4: Samsung bläst zur iPhone-Jagd

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JK Shin, Präsident und Chef der IT und Mobile-Abteilung bei Samsung, hat das mit Spannung erwartete Galaxy S4 am Donnerstagabend in der New Yorker Radio City Hall vorgestellt.  Foto: REUTERS
In New York hat Samsung sein mit Spannung erwartetes Smartphone Galaxy S4 vorgestellt. Die Südkoreaner wollen mit ihrem neuen Flaggschiff vor allem Apple weiter Marktanteile abtrotzen – die Chancen dafür stehen gar nicht schlecht.     Von
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New York

Derartige Auftritte kannte man bislang eigentlich nur von Apple. Der südkoreanische Elektronik-Konzern Samsung hatte für die Präsentation seines neuen Smartphones Galaxy S4 die prestigeträchtige Radio City Music Hall in New York angemietet – und legte die Veranstaltung in die Abendstunden. Live-Musik, Broadway-Einlagen: Die Choreografie war peinlich genau festgelegt. 

Schließlich ging es um viel. Mit der Präsentation in New York hatten die Südkoreaner vor allem ein Ziel: Den Kampf mit Apple auf dessen Heimatmarkt zu verschärfen. Schon Tage vorher war über die Funktionen des neuen Flaggschiffs spekuliert worden. Daten und Bilder kursierten vor der offiziellen Präsentation längst im Netz. 

Samsung setzt beim Angriff auf das iPhone vor allem auf eine Fülle an neuen Funktionen. Das Galaxy S4 reagiert auf Gesten genauso wie auf Blicke und Sprache. Funktionen wie das integrierte Übersetzungs-Programm, die Sprachsteuerung fürs Auto oder das Bedienen per Kamera ohne Berührung sollen das Gerät zum Alltagsbegleiter machen. Das Galaxy S4 sei ein Smartphone, dass das Leben erleichtere, so Samsungs Mobilfunk-Chef J.K. Shin am Abend.  

Die Kamera legt von 8 auf 13 Megapixel zu und bietet zahlreiche Spezialfunktionen wie Collagen oder das automatische Entfernen von störendem Hintergrund. Gegenüber dem Vorgängermodell wächst der Bildschirm von 4,8 auf 5 Zoll, das Display beherrscht Full-HD-Auflösung. Ansonsten ändert sich am Design wenig. Das Gehäuse ist weiterhin aus Kunststoff und wird minimal leichter und dünner. Ab Ende April soll das Galaxy S4 in 155 Ländern verfügbar sein.  

Aggressive Werbekampagne

Mit aggressiven Werbekampagnen hatte Samsung den amerikanischen Konkurrenten in den vergangenen Monaten immer wieder direkt angegriffen. Kein Smartphone-Hersteller steckte in den USA 2011 mehr Gelder in die Werbung als der Konzern aus Südkorea. Denn auf dem Heimatmarkt liegt Apple im Smartphone-Geschäft mit 38 Prozent noch immer weit vor Samsung mit 21 Prozent. 

Weltweit dominieren die Südkoreaner den 400 Milliarden Dollar schweren Markt dagegen längst deutlich. Allein im vergangenen Jahr konnte der Konzern seinen Marktanteil auf 30,3 Prozent ausbauen – von 19 Prozent im Vorjahr. Seit dem Start der Galaxy S-Reihe im Sommer 2010 hat der Konzern mehr als hundert Millionen Geräte verkauft. Der Erfolg dürfte sich mit dem Galaxy S 4 fortsetzen. Analysten gehen schon jetzt davon aus, dass von dem neuen Modell bis Weihnachten rund 60 Millionen Geräte verkauft werden könnten. 

Globale Schlacht um Ideen

Apple hat die Gefahr längst erkannt und den Konkurrenten mit Klagen überzogen. Seit Jahren liefern sich die beiden Unternehmen vor Gerichten rund um den Globus eine Schlacht um Ideen. Im August hatte Apple einen Teilerfolg landen können und von einem US-Gericht rund eine Milliarde Dollar an Entschädigung zugesprochen bekommen. Die Hälfte davon wurde jedoch anschließend in einer weiteren Instanz für ungültig erklärt – und die Verkäufe des Galaxy legten nach dem Urteil unbehelligt weiter zu. 

Dabei hat Apple gegenüber der Konkurrenz einen entscheidenden Vorteil. Während Samsung wie viele Wettbewerber auf das mobile Android-Betriebssystem von Google zurückgreift, hat der US-Konzern um seine Geräte ein eigenes Ökosystem an Software und Anwendungen etabliert. Prestigeträchtige Apps starten deshalb meist nach wie vor zuerst auf dem iPhone. 

Doch auch hier wird die Luft dünner. Acht der zehn meistverkauften Android-Handys inzwischen von Samsung. Es gilt deshalb als wahrscheinlich, dass der Konzern künftig bei der Weiterentwicklung der Google-Software mitbestimmen wird. Zudem hat Samsung in den vergangenen Monaten in Zukäufe und Personal investiert, um die eigene Software weiter zu verbessern.   

Apple gerät unter Druck

Apple gerät derweil unter Druck. Nicht nur in Märkten wie den USA und Europa hat die Euphorie um den Konzern nachgelassen. Zwar sei mit den Geräten nichts falsch, so zunehmend der Tenor in der Branche. Aber es unterscheide sie eben auch nur noch wenig von der Konkurrenz. Wettbewerber wie Samsung hätten in den vergangenen Jahren dazu gelernt und junge technikbegeisterte Kunden abgeworben. Versuche von Apple, neue Funktionen einzuführen, waren dagegen zuletzt fehlgeschlagen.  

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Das zeigt sich auch in den Zahlen. In drei der vergangenen fünf Quartale hat Apple die Erwartungen verfehlt. Seit dem Höchststand im vergangenen Jahr hat der Börsenkurs um rund 40 Prozent nachgegeben. Erst vor wenigen Tagen verbreitete ein US-Analyst angesichts schwächelnder iPhone-Verkäufe wieder Pessimismus: Das Risiko, dass Apple die Umsatzprognosen im laufenden Quartal verfehle, hieß es in dem Bericht, liege bei 25 Prozent. 

Samsung will die Schwächephase nutzen, um in die Offensive zu gehen. Dass das Ziel des Galaxy vor allem Neukunden sind, zeigte am Abend in New York eine weitere Funktion: Mit „smart switch“ soll der Umstieg von der Konkurrenz besonders einfach sein.

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