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Google-Plattform: Mit Merkel beim digitalen Kamingespräch

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich in die Liste der prominenten Gastgeber eines Videochats bei Google eingetragen.  Foto: AFP
Abhängen mit der Kanzlerin? Angela Merkel führt mit sechs ausgewählten Bürgern auf der Google-Plattform einen Videochat. Sie greift auf eine Tradition zurück, die einst US-Präsident Roosevelt mit seinen „Fireside Chats“ begründete - die Kamingespräche.  Von
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Berlin

„Ja, hallo, äh“, sagt Angela Merkel. „Ich freue mich, dass wir das heute durchführen.“ Es ist sicher nicht ihre erste Videokonferenz, aber es ist ihre es ihre erste Videokonferenz, die live im Internet übertragen wird. Google stellt die Technik bereit, und vielleicht hat man im Kanzleramt irgendwann gedacht, dass „Die Kanzlerin im Google Hangout“ ein bisschen viel Konzernwerbung ist oder auch zu sehr nach Hängematte klingt. Regierungssprecher Steffen Seibert jedenfalls hat kurz vor dem Ereignis lieber den Titel „Die Kanzlerin im Gespräch“ betont. Und versichert, dass es sich dabei natürlich nicht um Wahlkampf handelt, sondern um Kontakt mit Bürgern, zu dem eine Kanzlerin verpflichtet sei.

Sechs Bürger hat die Regierung ausgewählt für die Konferenz, die das Thema Integration hat. Und erst einmal wird einer von ihnen ausgeschlossen, aber das hat technische Gründe: Ismail Öner, der es in Berlin-Spandau mit seinem Verein Mitternachtssport (www.mitternachtssport.com) Jugendlichen ermöglicht kostenlos Sport zu machen, ist nicht zu hören.

Also antwortet Merkel erst einmal auf den Medizinstudenten Hani Al-Mohamed, der mehr Offenheit für Migranten und weniger Vorurteile gegenüber Muslimen fordert. Dass Zuwanderer eine Bereicherung seien, habe man erst langsam lernen müssen. Und sie wiederholt den Satz des früheren Bundespräsidenten Christian Wulff „Der Islam gehört zu Deutschland“.

Bereitschaft für ein Miteinander zu gering

Sie antwortet auf Janine Molitor-Kasonde, die in Wiesbaden Zuwanderer berät und ebenfalls beklagt, dass die Bereitschaft für ein Miteinander zu gering ist. „Es mag auch Vorurteile geben“, sagt die Kanzlerin. Wenn jemand „ganz anders“ aussehe, werde er eben ganz besonders angeschaut. Es sei wichtig, so miteinander zu sprechen, wie man immer miteinander spricht. Irgendwann später erzählt sie noch von einem Schauspieler, der wegen seines Aussehens oft als Drogenhändler besetzt werde, und einfach gerne mal einen Bürgermeister spielen würde. Der Bremervörder Unternehmerin Sigrid Nahs verspricht sie, die Arbeitsmöglichkeiten für Asylbewerber zu überprüfen.

Ismail Öner ist immer noch nur zu sehen und nicht zu hören. „Haben Sie ihr Mikro eingeschaltet? Irgendwo ein roter Knopf oder so?“ fragt die Kanzlerin und versichert, sie sei „sehr scharf darauf“, zu hören, was Herr Öner so zu sagen habe.

Der Hannoveraner Polizist Partheepan Santhiralingam bekalgt sich, dass Zuwanderer sich häufig nicht mit Deutschland identifizierten und nur den Sozialstaat ausnutzen wollten. „Die meisten Menschen möchten etwas beitragen“; antwortet Merkel. Und auch wer Sozialleistungen beziehe, müsse oft einfach nur ermuntert werden. Der Moderator verliest zwischendurch Emails. Und nach 50 Minuten ist Ismail Öner dann doch richtig zugeschaltet. Er erzählt über sein Projekt. Erfolgserlebnisse schafften Selbstbewusstsein, sagt Merkel. Und dann ist die Videokonferenz fast schon vorbei. Eine letzte Frage an Merkel hat der Moderator noch. Die will lieber erstmal noch Öner etwas sagen lassen. „Sie sind die Bundeskanzlerin, wenn Sie das verlangen“, sagt der Moderator. „Ich verlange das“, sagt Merkel. „Also kurz und bündig!“ Öner hat sich das wohl schon gedacht. „Wir müssen die Herzen erreichen. Von den Herzen ist es nicht so weit bis zu den Köpfen.“ Die anderen stimmen zu. Merkel sagt, sie habe gelernt, dass es unglaublich viel Engagement gebe.

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