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TV im Internet: Rennen um Milliardenmarkt eröffnet

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Welche Rolle spielt Youtube bei Googles Plänen, den TV-Markt zu erobern? Foto: AFP
Da beschleunigt sich etwas, und zwar heftig. Unter den großen Computer- und Technologiekonzernen beginnt ein Wettlauf um das Fernsehen der Zukunft. Mit etwas Zeitverzögerung  dürfte die Glotze 2.0 auch bei uns ankommen.   Von
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Frankfurt

Der Chipgigant Intel will wohl schon Ende des Jahres mit einer  Bezahlplattform nebst Settopbox auf den Markt kommen, die nach  Angaben von Insidern  „On  Cue“ heißen soll.  Sony  könnte  noch schneller sein.  Die neuen  Angebote mit bewegten Bildern, könnten  exklusiv über die Hardware des Konzerns   distribuiert werden. Dazu wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch die  Playstation  gehören, die   in ihrer vierten Version im Herbst auf den Markt kommen soll.

Google will  auch dabei sein.   Der weltgrößte   Suchmaschinenbetreiber  ist    nach einem   Bericht des Wall Street Journal in Verhandlungen mit  großen   Medienkonzernen. Dabei streben   die  Google-Manager  offenbar ein  überraschend  konservatives Angebot an.   Sie wollen  wohl  die guten alten Programme des   linearen Fernsehens   über das  Internet   mit einem  sogenannten  Streaming-Dienst versenden. 

Der Hintergrund: In der Internetbranche besteht kein Zweifel, dass  bewegte Bilder  die Zukunft sind. Im Netz gibt es bereits Dutzende illegaler und halb-legaler Plattformen, über die  sich vorwiegend junge Leute kostenlos mit TV-Serien und Filmen versorgen. Damit soll künftig Geld gemacht werden.

Nun wird es Realität

„Die Sache ist hochbrisant“, sagt Michael Schidlack vom IT-Branchenverband Bitkom.  Über  das neue  Internetfernsehen werde  seit Jahren gesprochen, nun werde  es  Realität.   Die Projekte scheiterten bislang an den  Inhalte-Anbietern also an den großen Fernsehsendern wie NBC, ABC oder Fox in den USA. Die Verantwortlichen hatten Angst, dass ihr Programm auf Downloadplattformen zerfleddert  wird, die Zuschauer sich die Rosinen herauspicken  und damit die  Marke des Senders  Schaden nimmt.

Das haben  offenbar auch die Leute bei  Google kapiert.  Sie machten  schon vor zwei Jahren einen Anlauf und  blitzten ab.  Doch jetzt sind die Erfolgschancen deutlich gestiegen, da der Konzern  zumindest zunächst einmal das lineare  Programm verbreiten will. Das wäre nichts anderes als ein zusätzlicher Kabelanbieter.  Es würde auf einen Bezahldienst ähnlich dem der Telekom herauslaufen, der Entertain heißt.  Die Kunden erhalten gegen eine Gebühr mehrere  hundert Programme. Die digitalisierten Bilder werden über das Internet in die Wohnzimmer  transportiert.

Ob und wann es  zu einer  Vereinbarung zwischen Google und den  Fernsehsendern kommen wird, sei aber völlig offen,  berichtet das  Wall Street Journal.  Doch für Schidlack besteht kein Zweifel, dass  Streaming-Dienste  alsbald      kommen.  Und er ist davon überzeugt, dass es    beim konventionellen Fernsehen nicht bleiben wird.  „Nur    wenn  Zusatzdienste kommen, ist es sinnvoll,  dass Newcomer  ins Fernsehgeschäft einsteigen.“ Es geht um  sogenannte  Over-the-Top-Angebote.     So könnten die neuen Anbieter nicht nur  Bibliotheken zum Ausleihen von Spielfilmen  anbieten.

Vorschläge für den Zuschauer

Schidlack  erwartet, dass es  personalisierte Angebote geben wird.  Das heißt der TV-Anbieter macht dem Zuschauer Vorschläge für Filme und Sendungen, die zu seinen Vorlieben passen. Wer regelmäßig   die Übertragungen der  Tour de France   guckt, kann sich  dann Videos mit legendären Etappen  herunterladen. Streamingdienste für Musik wie Spotify arbeiten nach  diesem Prinzip. Der nächste Schritt wäre personalisierte Werbung.  Dem Radsportfan werden  Trikots    von Internetshops offeriert, die er gleich bestellten kann.

Dass die   alles schon recht nahe liegt,  zeigt die Tatsache, dass der  Kabelnetzbetreiber  Unitymedia gerade  die Registrierung für seine   neue  Plattform  Horizon gestartet hat.  Im September  wird  sie wohl starten.      Die Vorschlagfunktion für Inhalte, die zum  Nutzer passen, soll schon  inklusive sein.  Schidlack rechnet indes damit, dass neue Fernsehen in zwei bis drei Jahren hierzulande seinen Durchbruch erlebt.

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