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Akademie: Vertrauen aufbauen, Konflikte beenden

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Friedensberaterin Inge Sauren im Gespräch mit Einheimischen auf den Philippinen Foto: privat
Im Forum Ziviler Friedensdienst in Ehrenfeld werden Konfliktberater ausgebildet, die auf der ganzen Welt im Einsatz sind. Die Organisation ist überparteilich und überkonfessionell in Krisenländern, aber auch im Inland unterwegs.  Von
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Frieden, Versöhnung, Verzicht auf Gewalt – es gibt Menschen, die in Konfliktregionen auf der ganzen Welt im Einsatz sind, damit diese Ziele erreicht werden. Sie nennen sich Friedensfachkräfte – Auch in Ehrenfeld werden einige von ihnen ausgebildet.

Das Forum Ziviler Friedensdienst (ZFD) liegt in einer ruhigen Seitenstraße der Helmholtzstraße, es ist das letzte Haus in einer Sackgasse. Am Kölner Brett 8 lautet seit gut einem Jahr die Adresse des Vereins. Die 24 Menschen, die hier beschäftigt sind, nennen ihren Arbeitsplatz „Friedenshaus“.

Gegründet hat sich das Forum 1996 in Minden. Von 1999 an war Bonn Sitz des gemeinnützigen Vereins, der von zahlreichen Einzelpersonen und Institutionen getragen wird, darunter kirchliche Verbände wie die katholische Bewegung Pax Christi und mehrere evangelische Kirchenkreise.

Die Arbeit des Forums ist aber ausdrücklich überparteilich und überkonfessionell. 1998 hat die damalige Regierungskoalition aus SPD und Grünen den Begriff Ziviler Friedensdienst als Bestandteil ihrer Außen- und Entwicklungspolitik verankert.
Bereits 1999 entsandte das Forum die ersten Friedensfachkräfte und Konfliktberater in Krisengebiete. Der Auftrag lautete damals wie heute, die Idee eines zivilen Friedensdienstes mit Leben zu füllen. Auf dem Balkan (mit Standorten in Belgrad, Pristina, Derventa und Skopje), im Nahen Osten (unter anderem in Beirut, Tel Aviv, Jericho und Ramallah), aber auch auf den Philippinen sind die derzeitigen Einsatzgebiete.

Aber auch im Inland arbeiten die Fachkräfte. Zum Beispiel, wenn die Bewohner einer Gemeinde oder eines Stadtviertels nicht mehr miteinander auskommen. Wie sie dabei vorgehen müssen, lernen die Fachleute für Frieden an der Akademie für Konflikttransformation. Diese Abteilung des Forums ist ebenfalls noch sehr jung und existiert seit 2004.

„Die meisten unserer Angebote bauen auf dem Erfahrungsschatz auf, den die Absolventen schon aus ihren bisherigen Berufen mitbringen, viele Sozialarbeiter, Journalisten und Ärzte sind dabei“, sagt Christoph Bongard. Er betreibt die Öffentlichkeitsarbeit für das Forum ZFD.

Sprachkenntnisse, Erfahrungen im Ausland oder in der interkulturellen Arbeit werden häufig eingebracht von denen, die in Ehrenfeld das Friedenshandwerk lernen. Zurzeit belegen 30 Männer und Frauen an der Akademie für Konflikttransformation Kurse. Die Qualifizierung – der Begriff Ausbildung wird bewusst nicht verwendet – kann in Vollzeit oder berufsbegleitend absolviert werden.
„Die erste Aufgabe bei den Einsätzen besteht darin, Vertrauen aufzubauen“, erläutert Bongard die Arbeitsweise, dies gelte national wie international. Der Konfliktberater muss mit allen Beteiligten in Kontakt kommen. Denn ein wichtiges Prinzip der zivilen Friedensarbeit ist die Allparteilichkeit. „Das ist etwas anderes als Neutralität“, so Bongard. Die Berater müssen Offenheit zeigen für Bedürfnisse Ansprüche aller Konfliktparteien, denen sie begegnen.
Diese Ansprüche werden analysiert, bevor in einem nächsten Schritt ein Handlungskonzept erarbeitet wird. „Wir begleiten auch die Umsetzung dessen, was wir empfehlen“, sagt Christoph Bongard. Konfliktbearbeitung gilt als zukunftsträchtiges Berufsbild. An den meisten Schulen ist es Standard, dass sogenannte Streitschlichter ausgebildet werden, die Konflikte unter Schulkameraden lösen helfen. An Hochschulen sind Ausbildungen zum Mediator möglich.
www.forumzfd.de

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