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Aziz G.: Prozess um Silvestermord beginnt

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Abschied von Aziz G.: Am Sarg des getöteten Türken zitiert ein muslimischer Geistlicher Verse aus dem Koran. Foto: Max Grönert
Er wollte nur Streit schlichten - doch das kostete ihn sein Leben. Weil sie sich von Aziz G. bevormundet fühlten, stachen drei Jugendliche den 39-Jährigen in der Silvesternacht nieder. Wegen Totschlags stehen die minderjährigen Täter vor Gericht.  Von
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Sie sind noch halbe Kinder: Ali S. (alle Namen geändert) war zur Tatzeit 14 Jahre alt, sein Bruder Batu 16, und der Älteste im Bunde, Ahmet T., war 17, als es in der Silvesternacht 2012 in Bickendorf zu dem tödlichen Geschehen kam. Das Alter des Trios ist auch der Grund, warum der Prozess vor dem Landgericht wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung seit Dienstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt wird.

Laut Anklage haben Ahmet und Batu, die sich als beste Freunde bezeichnen, nach einem gemeinsam ausgeheckten Tatplan ihren Nachbarn Aziz G. (39) erstochen, weil sie sich von ihm bevormundet fühlten. Mit einem 20 Zentimeter langen Küchenmesser soll der Älteste dreimal auf sein Opfer eingestochen haben, zuvor hatten alle drei auf Aziz G. eingeprügelt. Bei der Schlägerei soll der jüngste Angeklagte noch dabei gewesen sein, nicht aber, als auf das Opfer eingestochen wurde. Erst als der Schwerverletzte am Boden lag, sei Ali zurückgekehrt und habe dem Schwerverletzten mehrfach auf den Kopf getreten. Spuren stimmen mit den Schuhabdrücken von Ali S. überein. Aziz G. starb Stunden später an den Folgen seiner Verletzungen im Krankenhaus.

Die Auseinandersetzung eskalierte

Das Opfer hatte ursprünglich nur schlichten wollen, als die Jugendlichen mit Böllern das Neue Jahr begrüßten und dabei mit russischen Jugendlichen aus der Nachbarschaft in Streit gerieten. Als einer der Feuerwerkskörper, mit denen sich die Jugendlichen in der Silvesternacht gegenseitig bewarfen, unmittelbar am Ohr von Ahmet explodierte, eskalierte die Auseinandersetzung. Aziz G. kam dazu und trennte schimpfend die Streithähne. Aus Wut darüber, dass der Erwachsene sie derart zur Rede stellte, hatte sich das Trio dann zur Rache entschlossen.
Für Anwalt Bernd Neunzig, der die Witwe des dreifachen Familienvaters im Prozess vertritt, ist die Tat dann auch „wieder einmal ein Beispiel für die Verrohung unserer Gesellschaft, die fassungslos macht. Da will einer nur helfen und bezahlt dies mit dem Leben.“

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Tödlichen Plan bestritten

Nach der Tat hatten die beiden Älteren noch am Tatort einem Polizisten gegenüber ein Geständnis abgelegt, sich auf alkoholbedingte Erinnerungslücken berufen. Ihr Blutalkoholwert war allerdings verschwindend gering. Der 14-jährige Mittäter wartete vier Wochen, bis er sich stellte. Weil er bei der eigentlichen Tat nicht dabei war, ist er als Einziger des Trios auf freiem Fuß und muss sich lediglich wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Christian Bode, der den älteren Bruder vertritt, bestreitet für seinen Mandanten den tödlichen Plan und erklärte vor dem Gerichtssaal, „wie entsetzlich leid meinem Mandanten das Geschehen tut“.

Alle drei Angeklagten sind keine unbeschriebenen Blätter. Batu musste sich bereits wegen Diebstahls und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Zusammen mit Ahmet soll er im Mai 2012 einen Erwachsenen zusammengeschlagen haben. Diese Tat wird nun mitverhandelt.

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