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Bebauungsplan: Ein überzeugendes Paket

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Die Tage der Spedition auf dem Areal an der Oskar-Jäger-Straße sind offenbar gezählt. Bald soll hier ein modernes Gebäude für das Logistik-Unternehmen Deutsche Post/DHL gebaut werden. Foto: Roesgen
Für das geplante Post/DHL-Verteilzentrum an der Oskar-Jäger-Straße sieht es gut aus, ab dem Herbst sollen von dort die ersten Pakete zugestellt werden. Die Verkehrsprognose ist günstig, nur die überlastete Kreuzung problematisch werden.  Von
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Schon im Herbst sollen die gelben Wagen des Logistik-Unternehmens Deutsche Post/DHL von der neuen Zustellbasis an der Oskar-Jäger-Straße 173 starten. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass es keine Einwände von Bürgern gibt, die die noch ausstehende politische Entscheidung beeinflussen könnten. Verwaltung und Politiker stehen dem Projekt schon jetzt überwiegend positiv gegenüber.

Im Beirat zur Rahmenplanung für das frühere Industriegebiet Braunsfeld/Müngersdorf/Ehrenfeld und in der Bezirksvertretung Ehrenfeld erläuterten jetzt Vertreter der Firma Aurelis, der das Baugrundstück gehört, welche Auswirkungen eine Zustellbasis der Deutschen Post/DHL auf die Umgebung haben würde. „Diese Informationen hätten wir uns schon früher gewünscht. Dann wäre die erste Debatte über das Vorhaben vielleicht gar nicht so heftig ausgefallen", merkte Petra Bossinger von der SPD-Fraktion an. Sie zeigte sich zufrieden, dass mit dem Vorhaben die Aussicht bestehe, dass eine Vielzahl sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze geschaffen werde.

Noch keine klare Zusage

Zwar übten sich die Aurelis-Vetreter immer noch in Zurückhaltung, weil sie ja noch keine klare Zusage für das Bauvorhaben besitzen. Doch das Grundstück werde von der Deutschen Post/DHL klar favorisiert, weil von dort aus der Zustellverkehr am effizientesten abgewickelt werden kann. In der Summe seien von hier aus die wenigsten Streckenkilometer zu fahren, so Aurelis-Manager Michael Buchholz. Er betonte nochmals, dass ein Ausbau vorhandener Paketzentren - etwa das am Parkgürtel - nicht in Betracht komme, weil dort die Kapazitäten bereits ausgelastet seien.

Zentrale Frage des Vorhabens ist: Wird es durch den Anliefer- und den Zustellverkehr zu einem höheren Fahrzeugaufkommen auf der Oskar-Jäger-Straße und an den Kreuzungen in der Nähe kommen? Buchholz legte dazu ein Verkehrsgutachten vor. Demzufolge sei sogar mit weniger Verkehr zu rechnen, verglichen mit der Menge an Autos, die theoretisch aufgrund der früheren Bebauungspläne zu erwarten waren. Ursprünglich waren mehrere mehrstöckige Bürogebäude statt des jetzt geplanten Flachbaus vorgesehen.

In dem Gutachten sei man sogar immer von einer maximalen Auslastung der Zustellbasis ausgegangen. „Wenn Sie so wollen, 365 Tage Weihnachten pro Jahr", meinte Buchholz scherzhaft. In dieser Zeit haben die Paketzustelldienste am meisten zu tun. Nötig sei in jedem Fall ein Ausbau der Kreuzung Oskar-Jäger-Straße/Widdersdorfer Straße, merkte Buchholz an. Diese sei schon jetzt überlastet.

Kreuzungsausbau in etwa drei Jahren

Laut Verwaltung wird dies aber erst in etwa zwei bis drei Jahren in Angriff genommen. „Wir wollen versuchen, ob sich kurzfristig durch signaltechnische Änderungen Verbesserungen erzielen lassen", erläuterte Silke Rheinschmidt vom Amt für Straßen und Verkehrstechnik. Die Bezirksvertreter wollen zu diesem Thema gesondert beraten. Sie forderten aber bereits jetzt, dass bei Inbetriebnahme der Zustellbasis zumindest im Bereich der Grundstückszufahrten klar geregelt sei, wo Autos parken können und wie der Fahrradverkehr sicher geführt wird.

Buchholz geht davon aus, dass durch die geplante DHL-Basis der Anteil an Schwerlastverkehr abnehmen werde. „Derzeit ist auf dem Gelände noch eine Spedition ansässig, die ausschließlich Schwerlastverkehr erzeugt", so Buchholz. Steigen werde allerdings der Anteil kleiner Lieferfahrzeuge von der Größe eines Mercedes-Sprinter.

Die Spedition wird schon binnen weniger Wochen das Feld räumen. „Ende April sind wir hier weg", erläutert Manfred Breuer, einer der beiden Geschäftsführer des Familienunternehmens. Der Betrieb werde nach Rodenkirchen ins Gewerbegebiet an der Emil-Hoffmann-Straße verlagert. Das Unternehmen blickt auf eine mehr als 130-jährige Tradition zurück. Der erste Standort befand sich in Bickendorf, Rochusstraße 12.

Einwände ab Ende April möglich

An der Oskar-Jäger-Straße, wo die Spedition Breuer viele Jahrzehnte ansässig war, sollen schon bald neue Zeiten anbrechen. Vielleicht schon ab Oktober rollen die Paketlieferfahrzeuge zu ihren Zielen. Michael Buchholz sprach vor den Bezirksvertretern von einem halben Jahr Bauzeit für die geplante Zustellbasis der Deutschen Post/DHL. Sie besteht aus einem einstöckigen Flachbau, der umgeben ist von überdachten Laderampen für die Lieferfahrzeuge. Bauherrin ist die Aurelis, die das Gebäude dann für zunächst 15 Jahre an die Deutsche Post/DHL vermieten will.

Silke Rheinschmidt erläuterte, dass die Pläne unmittelbar nach den Osterferien durch Inserate in den Zeitungen bekannt gemacht würden. Voraussichtlich bis Ende April würden sie für alle Bürger öffentlich ausgelegt. Dann besteht die Möglichkeit für Bürger, Einwände geltend zu machen. Die Ergebnisse dieser Offenlage werden anschließend wieder in der Bezirksvertretung diskutiert.

Ungeachtet dessen sei bereits ein Bauantrag gestellt, so Silke Rheinschmidt. Allerdings habe das Bauaufsichtsamt noch nicht darüber entschieden.

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