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Bulgarische Tagelöhner: Unmut über Arbeiterstrich wächst

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Arbeit gesucht: Tagelöhner auf der Venloer Straße. Foto: Arton Krasniqi, KSTA
Bis heute hat der Zoll nicht auf Hinweise von Bürgern reagiert, die sich über den „Arbeiterstrich” an der Venloer Straße beschweren. Ein Zollsprecher wies daraufhin, dass den Männern eine illegale Beschäftigung nachgewiesen werden müsse.  Von 
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Unter den Anwohnern der Venloer Straße wächst der Unmut über die fehlenden Kontrollen am sogenannten Arbeiterstrich an der Straßenecke Hansemannstraße. Bei einer Informationsversammlung von Stadt und Polizei für die Bürger habe ein Beamter des Zolls vor einigen Monaten auf eine Hotline hingewiesen, unter der die Behörde Hinweise auf Schwarzarbeit entgegennehme, erzählen die Anwohner. Wiederholt hätten Zeugen die Nummer angerufen und gemeldet, dass mutmaßlich kriminelle Handwerker und Baufirmen bulgarische Tagelöhner an der Venloer Straße aufsammeln. Die Zeugen haben Fotos gemacht und Kennzeichen notiert. Aber der Zoll habe bis heute nicht reagiert.

„Um eine illegale Beschäftigung nachweisen zu können, müssen wir die Männer bei der Arbeit antreffen“, erklärte ein Zollsprecher. Eine detaillierte Stellungnahme lehnte die Behörde ab. Nähere Informationen stellte der Sprecher für Mitte nächster Woche in Aussicht. Auch der Ehrenfelder Bezirksbürgermeister Josef Wirges (SPD) und die Polizei wollen, dass die Zollfahnder die Szene an der Venloer Straße in den Fokus nehmen. Nur so könne den Hintermännern das Handwerk gelegt werden, sagte Wirges dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

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Illegale Tagelöhnermärkte gibt es indes auch in anderen Stadtteilen. An „mindestens fünf Stellen“ in Köln warteten täglich vorwiegend bulgarische Männer auf ihre Auftraggeber, berichtete ein Ermittler – stadtweit sind es insgesamt mehrere hundert Arbeiter. Schwerpunkte seien außer Ehrenfeld vor allem der Eigelstein, Kalk und die Gegend um den Wiener Platz in Mülheim. Die genauen Orte seien den Handwerkern, die auf Schwarzarbeiter zurückgreifen, „bestens bekannt“.

„Wir sind für ein freizügiges Europa auch für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen“, sagt der Kölner DGB-Vorsitzende Andreas Kossiski. „Aber das darf nicht dazu führen, dass kriminelle Unternehmer die Arbeitsschutzrechte unterlaufen und die Not und das Elend anderer Menschen ausnutzen. Da ist die Politik gefragt, aber auch Gerichte und Kontrollbehörden. Auch wir als Gewerkschaften müssen noch sensibler für das Thema werden und auf die Menschen zugehen.“ Konkret helfen könnten die Gewerkschaften den bulgarischen Tagelöhnern zurzeit noch nicht. „Sie kommen nicht von sich aus auf uns zu, und wir haben bedauerlicherweise nicht die Ressourcen, die Menschen aufzusuchen.“

AUTOR
Tim Stinauer
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