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Colorrevolution: Graffiti für tristen Bahndamm

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Bis zum rotverklinkerten Polizeigebäude im Bildhintergrund wird diese Wand künstlerisch gestaltet. Foto: Rösgen
Graffiti-Sprayer sollen bald die Tristesse am Bahndamm Ehrenfeld vertreiben und dort ganz legal die Wände mit bunten Motiven verzieren. Innerhalb von fünf Tagen will der Verein Colorrevolution rund 800 Quadratmeter Wandfläche besprühen.  Von
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Der Bahndamm zu beiden Seiten des Ehrenfeldgürtels ist beliebt bei Sprayern. Doch viele Menschen in Ehrenfeld halten deren Werke nicht für eine Verschönerung. Bald aber werden dort Sprayer aktiv sein, die völlig legal arbeiten und Motive umsetzen, die möglichst viele Bürger mögen sollen.

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Barbara Deppner vom Verein Colorrevolution kann sich schon genau vorstellen, wie es einmal in dem recht tristen Viertel aussehen wird: „Hier kommt das historische Motiv hin, dort hinten werden überlebensgroße Figuren entstehen“, erläutert sie voller Vorfreude. Zwischen dem 21. und dem 25. Mai rücken mehrere Künstler an, um den Abschnitt zwischen der Rückseite der Polizeiinspektion West und dem Café Goldmund am Gerhard-Wilczek-Platz zu bearbeiten. Es ist der Teil des Bahndamms unterhalb des Ehrenfelder Bahnhofs. Das Betätigungsfeld ist lang und hoch. Etwa 80 mal zehn Meter misst die Wandfläche. „Drei Hubwagen sind im Einsatz“, fügt Barbara Deppner hinzu. Fest eingeplant sind historische Motive. In engerer Wahl sind alte Ansichten der Heliosfabrik und der Glashütte. Freie künstlerische Arbeiten soll es ebenfalls geben. Sie zeigen fantasievolle Motive, die das aktuelle bunte und multikulturelle Lebensgefühl des Stadtteils widerspiegeln, außerdem Motive, die die Gegebenheiten an Ort und Stelle aufgreifen. Auf einem Stromkasten und der Wand dahinter entstehen riesige Figuren. Der Betrachter soll später glauben, sie würden wirklich auf dem Kasten sitzen.

Erinnerungskultur in Ehrenfeld

Colorrevolution ist nicht zum ersten Mal im Stadtteil aktiv. Viel Beachtung fand das Fassadenkunstfestival Cityleaks im Jahr 2011. Ein gutes Dutzend internationaler Künstler machte dabei mit. Die Werke gehen zum Teil weit über die Grenzen von Graffiti hinaus. Auch am Ehrenfelder Bahnhof sind mehrere Künstler tätig, darunter auch ein Spanier. Zudem hofft Barbara Deppner darauf, dass sich der als Bananensprayer bekannte Kölner Künstler Thomas Baumgärtel beteiligt. „Er ist Mitglied in unserem Verein, konnte aber leider noch nicht definitiv zusagen“, so Barbara Deppner.

Alte Postkartenmotive dienen als Vorlage.  Foto: Rösgen

Zwar haben die Deutsche Bahn und die Bezirksvertretung Ehrenfeld schon Geld zugesagt, aber noch ist das Projekt nicht vollständig finanziert. Die Bürgerstiftung Ehrenfeld hat sich bereit erklärt, Spenden für das Projekt entgegenzunehmen. „Es ist ein toller Beitrag zur Verschönerung Ehrenfelds und zugleich ein Stück Erinnerungskultur“, sagt Bezirksbürgermeister Josef Wirges. Bei der Ehrenfelder Bahnhofskonferenz kam die Idee für diese Aktion erstmals auf. Diese Konferenz hat inzwischen mehre Arbeitskreise hervorgebracht, die sich darum kümmern, den Bahnhof und die zum Teil sehr vernachlässigte unmittelbare Umgebung schöner zu gestalten.

Barbara Deppner erläutert das Konzept.
Barbara Deppner erläutert das Konzept.
Foto: Rösgen

Er und Barbara Deppner lobten die gute Zusammenarbeit mit der Eigentümerin des Bauwerks, die Deutsche Bahn Netz AG. Wirges dankte außerdem Volker Wilczek, Sohn des Platz-Namenspatrons Gerhard Wilczek, der sich in vielen Publikationen und Vorträgen mit der Historie Ehrenfelds befasste. In seinem Nachlass fanden sich alte Postkartenmotive, die nun als Vorlage für die Wandgestaltung dienen. Nicht ausgeführt wird die ursprüngliche Idee, das historische Bild mit echten Efeuranken einzurahmen. „Die spätere Pflege wäre zu aufwendig. Stattdessen sprayen wir das Efeu“, sagt Barbara Deppner.

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